Erstellt am 09. Juni 2014, 10:33

von APA Red

Nadal bleibt in Paris unangetastet. Das Traum-Finale der Herren bei den French Open hat vom gezeigten Niveau nicht an so manchen Klassiker zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic herangereicht.

Doch am Ende war es einmal mehr der Spanier, der auf die Knie sank und seine auch im allgemeinen Sport so einzigartige Regentschaft auf dem Court Philippe Chatrier fortsetzte.

Es ist, so scheint es, eine "Mission impossible" für die Konkurrenz, den Sandplatz-König Nadal in Roland Garros vom Thron zu werfen. "Le roi, c'est moi" ("Der König bin ich") könnte Nadal voller Selbstbewusstsein sagen, doch wer den trotz aller Erfolge so bescheiden gebliebenen Mallorquiner kennt, weiß, dass ihm derartige Worte niemals über die Lippen kommen würden.

45. Sandplatz-Titel für Nadal

Dabei hätte er allen Grund dazu. Nadal schraubte seine unglaubliche Roland-Garros-Bilanz auf mittlerweile 66:1-Siege und hat in "best-of-five"-Partien auf Sand insgesamt eine 90:1-Bilanz aufzuweisen. Der neunte French-Open-Erfolg bedeutete gleichzeitig den 45. Sandplatz-Titel für Nadal, der sich keineswegs nur auf diesem Belag wohlfühlt.

Er hält schon bei 14 Major-Erfolgen und hat den großen Pete Sampras bereits eingeholt. Bleibt er gesund, dann ist auch Roger Federer (aktuell 17 Titel) für ihn definitiv in Reichweite. In der ewigen Bestenliste der Turniersieger auf Sand fehlt Nadal nur noch ein Titel, um mit Allzeit-Leader Guillermo Vilas (46 Erfolge) gleichzuziehen.

Auf diese Größen angesprochen, reagiert Nadal immer gleich. "Ich mag diese Vergleiche nicht. Für mich ist die wichtigste Sache, Roland Garros zu gewinnen. Die anderen Sachen werden wir uns ansehen, wenn ich meine Karriere beende. Dann können wir zählen."

Thiem: "Eine der größten Herausforderungen"

Österreichs Jungstar Dominic Thiem, der in der zweiten Runde gegen Nadal sein Talent zeigen durfte, hat gegen den späteren Triumphator verloren. Der 20-jährige Niederösterreicher sprach nach seinem 2:6,2:6,3:6-Aus gegen Nadal ein wahres Wort: "Gegen ihn hier zu spielen, ist wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen überhaupt im Sport."

Das musste am Pfingstsonntag einmal mehr auch Novak Djokovic zur Kenntnis nehmen. Der 27-jährige Serbe hatte Nadal in den vorangegangenen vier Duellen bezwungen, darunter auch Mitte Mai im Finale von Rom. Doch Paris ist nicht Rom, die Verhältnisse hier sind anders, vor allem der Center Court spielt sich schneller - zudem hatte es im Finish des Turniers endlich jenes Prachtwetter, bei dem sich Nadal am wohlsten fühlt.

Rasen-Saison steht vor der Tür

"Es ist nicht unmöglich, aber es ist sehr, sehr schwer, mit Rafa auf diesem Platz die ganze Zeit sein bestes Tennis zu zeigen", blickte Djokovic nach der ersten Enttäuschung zurück. Im Finish des vierten Satzes sei es ihm nicht gelungen, sein bestes Level auszupacken. "Es ist definitiv nicht einfach, unter diesen Bedingungen hier best of five zu spielen."

Nun ändern sich die Bedingungen rapide: Denn schon ab Montag beginnt die Rasen-Saison. "Ich möchte in Wimbledon wieder gut spielen. Ich bin gesund, dass ist das Wichtigste." Und natürlich möchte er wieder besser abschneiden, als 2012 (Aus in Runde zwei) und 2013, als er nicht fit angetreten war und gleich zum Auftakt ausschied.

Doch unabhängig vom weiteren Saisonverlauf: Nadal ist schon jetzt sehr glücklich mit der ersten Jahreshälfte. "Was auch noch passiert, ich habe schon so viel geschafft seit Jahresbeginn." Am Ende zeige sein neunter Titel in Roland Garros auch, dass er dem Sport voll verpflichtet ist. "Ich habe neun Mal gewonnen, weil ich es wirklich wollte. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg."