Erstellt am 08. August 2014, 10:09

Nahost-Waffenruhe beendet - Neue Angriffe. Im Gazastreifen ist Freitagfrüh eine dreitägige Waffenruhe ausgelaufen, nachdem die Palästinensergruppen in dem Gebiet eine Verlängerung der Kampfpause abgelehnt hatten.

Kurz nach Ablauf der Feuerpause meldete die israelische Armee, mindestens fünf Raketen seien vom Gazastreifen aus abgefeuert worden. Die israelische Armee griff wenig später erneut den Gazastreifen an. Das gab das israelische Militär am Freitag wenige Stunden nach Ablauf eine dreitägigen Feuerpause bekannt. Seit Ende einer 72-stündigen Waffenruhe um 07.00 Uhr MESZ hatten militante Palästinenser mindestens 18 Raketen auf den Süden Israels gefeuert.

Eine Rakete wurde demnach über der israelischen Stadt Ashkelon abgefangen, die anderen Geschosse seien auf offenem Gebiet in Südisrael eingeschlagen. Bereits vor dem offiziellen Ende der Waffenruhe hatten militante Palästinenser zwei Raketen auf Israel abgeschossen. Der bewaffnete Flügel des Islamischen Jihad übernahm die Verantwortung für den Abschuss von "drei Grad-Raketen auf Ashkelon".

"Alle palästinensischen Gruppen, einschließlich der Hamas, sind einig, die Waffenruhe nicht zu erneuern, weil Israel sich weigert, auf unsere Forderungen einzugehen", sagte der Hamas-Sprecher Fawzi Barhum der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Die Verhandlungen in Kairo würden jedoch weiter gehen.

Israel will auf Beschuss mit Drohnenangriffen reagieren

Im Gazastreifen verließen Freitag früh tausende Palästinenser östlich der Stadt Gaza aus Angst vor neuen israelischen Angriffen ihre Häuser. Über dem Gebiet kreisten israelische Drohnen, wie Reporter und Augenzeugen berichteten. Die israelische Armee griff zunächst nicht an, doch hatte sie erklärt, auf Beschuss aus dem Palästinensergebiet zu reagieren.

Die 72-stündige Kampfpause war Dienstag früh in Kraft getreten. Anschließend zog Israel seine Truppen aus dem Küstengebiet ab. Bei der vier Wochen dauernden Militäroffensive, die den Raketenbeschuss durch die Hamas dauerhaft beenden sollte, waren rund 1.900 Palästinenser getötet worden, der Großteil davon Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.

Indirekte Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern über einen dauerhaften Waffenstillstand brachten in der ägyptischen Hauptstadt Kairo bisher keine Einigung. Während Israel die Entwaffnung der Hamas fordert, verlangt die islamistische Bewegung die Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens und die Freilassung von Gefangenen. Eine Entwaffnung und die Demilitarisierung des Küstengebiets lehnt sie ab.