Erstellt am 14. November 2016, 06:48

Weiteres schweres Erdbeben in Neuseeland. Die Südinsel Neuseelands ist nach dem schweren Erdbeben erneut von heftigen Erdstößen heimgesucht worden. Zahlreiche Straßen wurden verschüttet, hunderte Häuser wurden teils schwer beschädigt und in größeren Landstrichen fiel der Strom aus.

Menschen übernachteten im Freien  |  APA/ag.

Videos aus Überwachungskameras zeigten Supermärkte, in denen Flaschen und Nahrungsmittel aus den Regalen geschleudert wurden.

Nördlich von Kaikoura ging in Folge der Erdstöße ein Erdrutsch in das Flussbett des Clarence nieder und staute das Wasser. Am Montag hieß es dann, dass der solcherart entstandene Damm gebrochen und es zu einer Flutwelle gekommen sei. Die Behörden riefen die Bewohner daher auf, "sich sofort in höhere Lagen zu begeben".

Regierungschef John Key überflog die Region im Hubschrauber und sah an der Küste nördlich von Christchurch die massiven Felsabstürze. "Dort ist einfach absolute Verwüstung. Das wird Monate dauern, das wieder herzurichten", sagte er. In der Früh hatte er in der Hauptstadt Wellington 40 Touristen besucht, die in der Nacht im Parlamentsgebäude Zuflucht bekommen hatten. Sie schliefen in der Lobby, weil unsicher war, ob ihr Hotel noch sicher war.

Das erste schwere Erdbeben mit mindestens zwei Toten hat vor allem in dünn besiedelten Regionen starke Schäden verursacht. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich deshalb in Grenzen halten, sagte der Chefökonom der ASB-Bank, Nick Tuffley am Montag. "Einige Provinzstädte sind schwer betroffen, aber in den größeren Städten sind die Schäden offenbar überschaubar", sagte Tuffley. Ministerpräsident John Key sprach jedoch von Schäden in Milliardenhöhe.

Die Erde hatte erstmals kurz nach Mitternacht Ortszeit gebet. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 bis 7,9 lag nördlich von Christchurch auf der Südinsel. An einigen Küsten brachen mehr als zwei Meter hohe Tsunami-Wellen herein. Mehrere teils starke Nachbeben erschütterten die Region, darunter am Montag eines der Stärke 6,2. Christchurch hatte erst 2011 ein verheerendes Beben erlebt. Bei dem Erdstoß der Stärke 6,3 waren 185 Menschen umgekommen.