Erstellt am 08. Oktober 2015, 16:18

von APA/Red

Obersteirischer Grüner See ab 2016 für Taucher gesperrt. Der Touristenansturm auf den obersteirischen Grünen See - besonders von Sporttauchern - hat nun Auswirkungen auf die Zugänglichkeit.

Der Grüne See ist bei Tauchern äußerst beliebt  |  NOEN, APA (OTS/Topercer)

Das Tauchen und Schwimmen wird ab 2016 verboten sein. Dies gab der Tourismusverband Tragöß-Grüner See am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite bekannt. Der See war 2014 in der ORF-Show "9 Plätze - 9 Schätze" als schönster verborgener Platz Österreichs gekürt worden.

Der Tourismusverband informierte auf Facebook darüber, dass "das Tauchen im Grünen See aus naturschutzrechtlichen Gründen in Zukunft nicht mehr möglich sein wird", wie der ORF Steiermark berichtete. Als gesichert gelte, dass die Aufwirbelungen des Seebodens durch den Tauchbetrieb verursacht würden, sich nach einiger Zeit ein Sandbelag über dem Seegrund festige und die leuchtend grüne Farbe des Sees verloren gehen werde. Auch würde der dadurch geförderte Pflanzenbewuchs gefährlich.

Deshalb müssten die "bisher geduldeten Seenutzungen wie schwimmen, Boote, Luftmatratzen oder Hunde", die zu einer Verunreinigung "dieses sensiblen Gewässers" beitrügen, unterbunden werden. Man hoffe auf Verständnis, so der Tourismusverband.

Das etwa fünf Hektar große Gewässer, der sich jedes Frühjahr durch Schmelzwasser füllt und erst dadurch von kleineren Wasserbereichen zu einem See wird, war in den vergangenen Jahren von einem wirklich verborgenen Wander- und Erholungsgebiet immer stärker zu einem Massentourismusziel geworden. Dem Besucheransturm wurde auch durch das Anlegen von Parkplätzen in der Wiesenlandschaft südlich des Sees Rechnung getragen.

Gab es in den letzten 20 Jahren des vorigen Jahrhunderts nur vereinzelt Taucher, die den See aufsuchten, begann in den vergangenen 15 bis 20 Jahren eine richtiggehende Invasion, beflügelt von Berichten, Fotos und Videos über die legendär weite Sicht im See. Aufgrund der geringen Tiefe zwischen acht und zwölf Meter, je nach Schmelzwassermenge, hatten viele vor allem unerfahrene Taucher Probleme, Abstand zum Grund zu halten und wirbelten entsprechend viel Sediment auf.