Erstellt am 30. Juli 2015, 20:47

NBA-Hoffnung Pöltl gab starkes Debüt für ÖBV-Herren. Österreichs Basketball-Herren sind am Donnerstagabend mit einer Niederlage in den "Trentino Basket Cup" in Trento gestartet. Das ÖBV-Team unterlag EM-Teilnehmer Deutschland beim starken Debüt von NBA-Hoffnung Jakob Pöltl 52:64 (24:29). Der 19-jährige Wiener steuerte je fünf Punkte und Rebounds sowie vier blockierte Würfe bei, ehe er knapp vor Schluss mit einem Cut ausschied.

 |  NOEN, APA

Pöltl kam nach exakt 4:46 Minuten der Partie gegen Deutschland erstmals in der Herren-Auswahl zum Einsatz. Bereits bis zur Pause verbuchte er zwei Punkte und je vier Rebounds sowie blockierte Würfe. Der Spieler der University of Utah zeigte einmal mehr seine Stärke in der Defensive.

Die Österreicher waren "wacher" als der Gegner gestartet. Kapitän Thomas Schreiner sorgte im Alleingang für eine 7:0-Führung. In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell mit dem EM-Teilnehmer, der noch ohne seine NBA-Stars Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks) und Dennis Schröder (Atlanta Hawks) sowie den jüngst von Utah Jazz unter Vertrag genommenen Tibor Pleiß angetreten war.

Im dritten Viertel flachte das Niveau der Partie zwischenzeitlich ab. Die Körbe schienen auf beiden Seiten wie "vernagelt". Der Abschnitt endete 7:6 für Deutschland zum 36:30-Zwischenstand. Weil das DBB-Team im Schlussabschnitt rascher - und insbesondere aus der Distanz - die Treffsicherheit wiederfand, setzte es für die Österreicher einmal mehr eine Niederlage gegen den Nachbarn.

Pöltl musste in der 37. Minute nach einem Duell unter dem Korb mit einem Cut über dem rechten Auge vom Parkett. Er wurde genäht, wobei der deutsche Teamarzt Oliver Pütz echte "Nachbarschaftshilfe" leistete. Neben Pöltl hatten am Donnerstag auch Daniel Friedrich (Swans Gmunden) und Marvin Ogunsipe (Bayern München) ihre Erstauftritte bei den ÖBV-Herren. Erfolgreichste Werfer der Österreicher waren Schreiner und Jozo Rados mit zwölf bzw. elf Punkten.

Zufrieden mit dem siebzehneinhalb-minütigen Debüt von Jakob Pöltl zeigte sich Teamchef Werner Sallomon. Als College-Spieler habe der 19-Jährige "völliges Neuland" betreten. "Aber er hat sich sehr gut in die Mannschaft eingefügt." Pöltl sollte trotz seiner Verletzung am Freitag gegen Italien spielen können. Die Niederlage gegen Deutschland bezeichnete Sallomon als "schade". Das Spiel sei knapper als das Resultat gewesen. Der Gegner habe "einen anderen Intensitäts-Level, wir haben viele Eigenfehler gemacht, die nicht notwendig waren".

"Wir haben gut gefightet, aber noch viel Luft nach oben", sagte Teamkapitän Thomas Schreiner. Pöltl in der Mannschaft sei ohne Zweifel eine Verstärkung, insbesondere in der Defensive. Am Freitag (20.30 Uhr) geht es in Trento gegen Gastgeber Italien. Am Samstag (18.00) wartet mit der Auswahl der Niederlande ein weiterer EM-Teilnehmer auf die Mannschaft von Coach Werner Sallomon.