Erstellt am 11. März 2015, 09:09

von APA/Red

Nemzow-Mordverdächtiger offenbar gefoltert. Ein schwerer Verdacht hat sich bei der Aufklärung im Fall des ermordeten Kreml-Kritikers Boris Nemzow ergeben:

Nach Angaben einer russischen Menschenrechtskommission wurde der Hauptverdächtige bei seinen Vernehmungen möglicherweise gefoltert. "Es gibt Grund zu der Annahme, dass Saur Dadajew unter Folter gestanden hat", erklärte Andrej Babuschkin, Mitglied der Menschenrechtskommission im Kreml.

"Zahlreiche Verletzungen" am Körper

Der Tschetschene weise "zahlreiche Verletzungen" am Körper auf, sagte Babuschkin am Mittwoch, der den Hauptverdächtigen am Dienstag in seiner Gefängniszelle besucht hatte. Der 55-jährige Nemzow war am 27. Februar auf einer Brücke vor den Mauern des Kremls im Zentrum Moskaus erschossen worden. Die Ermordung des Regierungsgegners löste in Russland und weltweit Bestürzung aus. Der frühere Vize-Ministerpräsident war einer der prominentesten Widersacher von Staatschef Wladimir Putin und ein entschiedener Kritiker der russischen Ukraine-Politik.

Die russischen Behörden hatten am Wochenende fünf Verdächtige festgenommen. Der Tschetschene Dadajew gestand nach Justizangaben eine Beteiligung an der Tat. Er und ein weiterer Tschetschene wurden wegen Mordes angeklagt und ebenso wie die drei weiteren Verdächtigen in Untersuchungshaft genommen.