Erstellt am 10. Juni 2014, 22:11

von APA Red

Neues Rapid-Stadion erstrahlt in Grün. Präsident Krammer sprach von einem "historischen Tag für den SK Rapid": Österreichs Fußball-Rekordmeister hat seinen Mitgliedern am Dienstagabend in der Wiener Stadthalle die Detailplanungen zum neuen Stadionprojekt präsentiert.

Der Neubau in Hütteldorf soll bis Sommer 2016 realisiert werden. Geplanter Baubeginn auf dem Standort in Wien-Hütteldorf ist im Herbst. Das Gesamtbudget des Projektes beläuft sich auf 53 Mio. Euro.

Davon bestreitet Rapid mehr als die Hälfte mithilfe langfristiger Kredite selbst, erklärte Klubchef Michael Krammer den 2.000 anwesenden Mitgliedern. Rund 40 Prozent, also etwas mehr als 20 Mio. Euro, kommen aus Fördermitteln der Stadt Wien. Diese waren ursprünglich für die Sanierung des Gerhard-Hanappi-Stadions gedacht.

Das Rapid-Präsidium hat sich aber bereits auf einen Neubau festgelegt. Die Notwendigkeit erklärte Krammer auch mit finanziellen Überlegungen. "Wir wollen Titel gewinnen in Österreich. Um das erreichen zu können, müssen wir die finanziellen Rahmenbedingungen verbessern", meinte der Clubchef. Mehr als 3,6 Mio. Euro zusätzlich soll das neue Stadion jährlich in die Clubkassen spülen. Damit werden auch die Kredite zurückbezahlt.

Als Generalunternehmerin tritt der österreichische STRABAG-Konzern auf. Die Baupläne sollen Mitte Juni bzw. Anfang Juli bei den zuständigen Behörden eingereicht werden. Der Baubeginn ist für Herbst geplant. Die kommenden zwei Spieljahre bestreiten die Hütteldorfer bereits im Ernst-Happel-Stadion. Das Testspiel am 6. Juli gegen Celtic Glasgow wird damit definitiv zum Abschied von "St. Hanappi", wie die Arena von den Rapid-Fans liebevoll genannt wird.

Das neue Stadion wird im vergleich zum aktuellen um 90 Grad gedreht - und steht damit wie ursprünglich von Rapid-Legende und Architekt Gerhard Hanappi vorgesehen in Nord-Süd-Richtung. Das "Allianz Stadion", wie die Arena nach Vergabe der Namensrechte bis 2026 heißt, wird über 24.000 Sitzplätze verfügen. Diese können bei teilweiser Umrüstung auf Steher in nationalen Spielen auf ein Fassungsvermögen von 28.000 erweitert werden.

"Das ist das größte Stadionprojekt, das ein Fußballverein in Österreich je selbst gemacht hat", sagte Krammer nicht ohne Stolz. "Mit der Architektur wird es auch eine Attraktion für Wien." Das Vier-Sterne-Stadion ist an den Ecken geschlossen, das Dach in markanten Grüntönen gehalten. Die Konstruktion, in die das LED-Flutlicht integriert ist, besteht aus teilweise lichtdurchlässigen Platten, sodass auch der Innenraum in den Clubfarben erstrahlt.

Vorgesehen sind auf der neuen Westtribüne 40 Logen und zwei Event-Logen sowie insgesamt 2.500 Business-Sitze auf zwei Ebenen. Diese sollen ganzjährig für Veranstaltungen genutzt werden können. Im angrenzenden Hauptgebäude werden auch die Clubräumlichkeiten untergebracht - geplante Adresse: Gerhard-Hanappi-Platz 1. Dazu kommt eine Kapelle, in der Rapid-Fans Taufen und Hochzeiten durchführen lassen können.

Ins 37 Jahre alte Hanappi-Stadion wird nichts mehr investiert. Nur ein Flutlichtmasten bleibt als gestalterisches Element erhalten. "Wir rechnen damit, dass wir die Baugenehmigungen im Herbst erhalten. Dann wollen wir sofort beginnen", betonte Krammer, dem weitere Detailabstimmungen mit Stadt, Bezirk und Kreditinstituten bevorstehen. "Es ist noch nicht alles unterschrieben, aber ich bin mir sehr, sehr sicher, dass das neue Stadion kommen wird."

Die Kredite sind für 25 Jahre angelegt. Krammer: "Wenn wir sie sinnvoll schon früher zurückzahlen können, werden wir das auch tun." Möglich gemacht habe die Kreditwürdigkeit auch die Abtretung der Namensrechte an den Versicherungskonzern Allianz. Die Vereinbarung läuft vorerst von 1. Juli 2014 bis Ende der Saison 2025/26.

Die vom Gemeinderat der Stadt Wien genehmigten Fördermittel für Rapid belaufen sich auf insgesamt 26,4 Mio. Euro. Dafür stehen laut Krammer rund 20 Mio. für den Neubau zur Verfügung. Rund 30 Mio. müssen die Grün-Weißen selbst einbringen. Der Club spricht von einem "Jahrhundertprojekt".