Erstellt am 01. September 2015, 10:25

von APA/Red

Neues Schuljahr ohne Hauptschule und mit BHS-Zentralmatura. Das neue Schuljahr 2015/2016 bringt unter anderem die Ausweitung der Zentralmatura auf alle berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sowie den Anfang vom Ende der Hauptschule.

Zentralmatura nun auch auf allen berufsbildenden höheren Schulen  |  NOEN, APA

Mit diesem Schuljahr sind alle ersten Klassen der Hauptschule bereits auf Neue Mittelschulen (NMS) umgestellt. Neuerungen gibt es auch bei den ganztägigen Schulformen sowie der Lehre mit Matura.

Neue Matura auch an allen BHS

Erstmals wird die neue Matura nicht nur an allen AHS, sondern auch an allen BHS abgewickelt. Wie an den AHS (vorwissenschaftliche Arbeit, schriftliche und mündliche Matura) besteht die Reifeprüfung auch an den BHS aus drei Säulen (Diplomarbeit, schriftliche und mündliche Matura), wobei es im Detail allerdings Unterschiede gibt:

So ist etwa die Diplomarbeit an den BHS anders als die vorwissenschaftliche Arbeit an AHS als Teamarbeit konzipiert. Bei der schriftlichen Reifeprüfung (Zentralmatura) gibt es an den BHS vor allem in Mathematik zahlreiche je nach Schultyp unterschiedliche Aufgabenvarianten. Außerdem differieren sowohl schriftlich als auch mündlich die auszuwählenden Prüfungsfächer: An den BHS sind fach- bzw. berufsspezifische Prüfungen vorgeschrieben.

Umstellung auf NMS abgeschlossen

Mit dem neuen Schuljahr ist außerdem die Umstellung der Hauptschulen auf NMS in den ersten Klassen abgeschlossen. In den kommenden drei Jahren folgen dann aufsteigend die weiteren Schulstufen. 2018/19 wird die Umwandlung dann in allen vier Klassen vollzogen sein. Auch inhaltlich gibt es eine Neuerung an den NMS: Sie können künftig die gegenüber der Hauptschule zusätzlichen sechs Stunden nicht mehr nur in Deutsch, Mathematik oder Englisch, sondern auch in anderen Schwerpunktfächern einsetzen.

In ganztägigen Schulformen startet 2015/16 die ursprünglich als "tägliche Turnstunde" diskutierte Ausweitung des Schulsports in einer abgespeckten Form: Insgesamt sollen fünf Bewegungs-Einheiten - das müssen nicht unbedingt ganze Unterrichtsstunden sein - "nach Möglichkeit gleichmäßig auf die Woche verteilt" werden.

Außerdem werden an den ganztägig geführten Schulen die Aufgaben und Ziele von Lernzeit bzw. die Ausgestaltung von Freizeit über die Betreuungspläne als Teil der Lehrpläne aufgenommen und präzisiert. Unter anderem wird dabei als Ziel ausgegeben, dass künftig die Aufgaben in der individuellen Lernzeit am Nachmittag absolviert (und damit nicht mit nach Hause genommen) werden.

Optionsrecht für neue Pädagogen

Erleichterungen gibt es für Jugendliche, die die "Lehre mit Matura" absolvieren: Für sie kann sich die Lehrzeit in Zukunft um den Zeitraum verlängern, den die Kurse zur Berufsreifeprüfung in Anspruch nehmen. Gleiches gilt für das Nachholen des Pflichtschulabschlusses.

Neu in den Schuldienst eintretende Pädagogen können ab diesem Schuljahr erstmals das neue Lehrerdienstrecht in Anspruch nehmen. Für sie gilt ein Optionsrecht: Das heißt, sie können zwischen neuem und altem Modell wählen. Für Neu-Lehrer verpflichtend wird das Dienstrecht erst 2019/20. Es bringt eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf grundsätzlich 24 Stunden sowie höhere Anfangsgehälter bei einer später flacheren Gehaltskurve. Außerdem vorgesehen sind neue Regeln für Zulagen, verpflichtende Fortbildung für alle Lehrer außerhalb der Unterrichtszeit, eine Neugestaltung des Berufseinstiegs sowie ein Ende der Pragmatisierung. Nach ersten Trends optieren die Pflichtschulpädagogen mehrheitlich für das neue Dienstrecht, AHS- und BMHS-Pädagogen dagegen noch eindeutiger für das alte.

Auch nationale und internationale Bildungstests stehen wieder am Programm: Von Ende Oktober bis Anfang Dezember werden rund 8.000 14- bzw. 15-Jährige für die neue PISA-Studie getestet, von Anfang April bis Mitte Mai 2016 rund 4.500 Schüler der vierten Klasse Volksschule für die PIRLS-Studie. Am 20. bzw. 28. April steht schließlich die Bildungsstandard-Überprüfung im Fach Deutsch für alle Schüler der achten Schulstufe am Programm.

Insgesamt beginnt am 7. September in Wien, Niederösterreich, Burgenland bzw. am 14. September im Rest Österreichs für 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche die Schule. Laut Angaben des Bildungsministeriums stehen 81.000 davon am Beginn ihrer Schullaufbahn.