Erstellt am 20. Mai 2014, 14:50

von APA/Red

Neun Jahre Haft für Vergewaltigung 18-Jähriger. Ein 22 Jahre alter Mann, der in der Nacht auf den 24. November 2013 in Wien-Liesing eine 18-Jährige auf ihrem Nachhauseweg von hinten gepackt, zu Boden geworfen, geschlagen, bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und vergewaltigt hatte, ist am Dienstag im Straflandesgericht zu einer insgesamt neunjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

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Der Schöffensenat (Vorsitz: Martina Hahn) hatte bei der Strafbemessung eine vorangegangene, noch nicht rechtskräftige Verurteilung - fünf Monate für den Diebstahl einer Playstation - zu berücksichtigen und eine Gesamtstrafe zu verhängen.

Die missbrauchte junge Frau - sie traut sich seit dem Vorfall im Dunkeln nicht mehr allein auf die Straße - bekam Schadenersatz und Schmerzensgeld in der Höhe von 4.500 Euro zugesprochen. Der 22-Jährige akzeptierte das Urteil. Die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig

Die 18-Jährige war in der Nacht auf den 24. November 2013 auf dem Nachhauseweg in Wien-Liesing von hinten gepackt, zu Boden geworfen, mit einem stumpfen Gegenstand geschlagen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden.

"Ich kann mich nicht daran erinnern. "

Nachdem sich der Täter an ihr vergangen hatte, soll er ihr auch noch die Brieftasche und das Mobiltelefon abgenommen haben. DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers überführten schließlich einen 22-Jährigen, der am nächsten Tag mit Freunden Frisbee spielen gegangen war.

"Ich bin teilschuldig. Ich weiß nicht, wie es dazu gekommen ist. Ich kann mich nicht daran erinnern. Aber meine DNA wurde gefunden. Es ist wohl so oder so passiert", gab der Angeklagte nun zu Protokoll. Der schmächtige, klein gewachsene Mann war nach der Schulpflicht keiner geregelten Beschäftigung nachgegangen und hatte sich mit Gelegenheitsarbeiten und der Unterstützung seiner Eltern, die ein Lokal betreiben, über Wasser gehalten.

Er erklärte, er wäre vor dem ihm angelasteten Verbrechen mit Freunden in der Innenstadt unterwegs gewesen und hätte dabei vier bis fünf Bier, zehn bis 20 Tequila und eine Flasche Cognac getrunken. Die behauptete Trinkmenge hätte allerdings eine Alkoholisierung von mehr als sechs Promille zur Folge gehabt.

Er wisse nicht mehr, was nach der letzten Flasche passiert sei und wie er in den 23. Bezirk gelangt war: "Ab der Cognac-Flasche ist blank bei mir." Als man ihn festnahm und mit den Fotos der malträtierten jungen Frau konfrontierte - die 18-Jährige erlitt infolge der Schläge schwere Verletzungen im Gesichts- und Kopfbereich -, "habe ich zu zittern begonnen und bin kreideweiß geworden."

Gewalt entspreche nämlich nicht seiner Persönlichkeit, versicherte der Angeklagte: "Das Mädchen tut mir wirklich leid. Ich hätte nicht gedacht, dass ich zu so etwas imstande gewesen wäre."