Erstellt am 29. März 2016, 18:03

von APA/Red

Neun Verkehrstote am Osterwochenende. Das vergangene Wochenende war gemessen an den Verkehrstoten das blutigste Osterwochenende seit elf Jahren. Neun Menschen kamen von Karfreitag bis Ostermontag ums Leben. 2005 hatte es zehn Tote auf Österreichs Straßen gegeben.

 |  NOEN, APA

 Das Innenministerium ging in der vorläufigen Bilanz am Dienstag zunächst von sieben Opfern aus, in Niederösterreich wurde jedoch ein Unfallzeitpunkt nachträglich korrigiert.

Nach einem Unfall mit zwei Toten auf der Semmering-Schnellstraße (S6) bei Schottwien (Bezirk Neunkirchen) meldete sich am Dienstag der 31-jährige Zulassungsbesitzer des Autos. Der Mann gab an, am Steuer gesessen zu sein. Die Unfallzeit wurde daraufhin in einer Polizeiaussendung von ursprünglich Dienstag, kurz nach Mitternacht, auf Ostermontag, 23.41 Uhr, berichtigt. Bei dem Unfall beim Grasbergtunnel waren ein 17-Jähriger und eine 28-Jährige ums Leben gekommen.

Der Unfall gehöre damit zur Unfallbilanz des Osterwochenendes dazu, hieß es am Dienstagnachmittag auf APA-Anfrage aus dem Innenministerium. In der Statistik wird der Zeitraum von Karfreitag ab 00.00 Uhr bis 24.00 Uhr am Ostermontag erfasst. Aufgrund einer 30-Tage-Frist können zu der vorläufigen Bilanz noch weitere Unfälle hinzukommen.

Inklusive dem Unfall auf der S6 gab es damit heuer zu Ostern 215 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, im Vorjahr waren es 230. Bei diesen Unglücken wurden laut Innenministerium insgesamt 275 Menschen verletzt, einer mehr als im Jahr 2015.

Auf Niederösterreichs Straßen kamen am Wochenende vier Menschen ums Leben. In Oberösterreich und der Steiermark waren es je zwei und in Tirol ein Verkehrstoter. Bei drei der Toten handelte es sich um Pkw-Lenker, drei weitere waren Auto-Insassen. Die drei anderen Getöteten waren in ein Microcar-, ein Lkw- und ein Motorrad-Lenker. Drei der Verkehrstoten waren über 80, die weiteren sechs Opfer zwischen 17 und 60 Jahre alt.

Als Ursachen der tödlichen Unfälle wurden zwei Mal Vorrangverletzungen an Kreuzungen und je ein Mal nicht angepasste Geschwindigkeit, Unachtsamkeit, Übermüdung, ein Schwächeanfall und die mangelnde Sicherung eines Fahrzeuges gegen Abrollen auf einem Parkplatz angenommen. Der Grund für den Unfall auf der S6 war noch unklar.

Im Jahr 1976 hatte das Osterwochenende 39 Menschenleben auf den Straßen gefordert. In den Jahren 2000 und 2004 gab es 17 Verkehrstote. Seit 2006 blieben die Opferzahlen im einstelligen Bereich, den geringsten Blutzoll gab es mit einem Todesopfer zu Ostern vor drei Jahren.

Von Jahresbeginn bis 28. März kamen inklusive dem Unfall auf der S6 auf Österreichs Straßen 75 Menschen ums Leben. Das waren jeweils weniger als im Vergleichszeitraum der beiden Vorjahre. 2015 gab es zum gleichen Zeitpunkt des Jahres 82 Tote, 2014 waren es 108.

Die Polizei führte zu Ostern verstärkte Verkehrsüberwachungen durch. 74.322 Kraftfahrzeuglenker wurden wegen Überschreitung der höchst zulässigen Geschwindigkeit beanstandet, hieß es in der Aussendung des Innenministeriums weiter. Das waren 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Wegen Trunkenheit am Steuer gab es 315 Anzeigen, das waren zwölf Alkolenker mehr als im Jahr 2015. 155 Lenkern wurde am Osterwochenende der Führerschein oder der Mopedausweis vorläufig abgenommen.