Erstellt am 08. Oktober 2014, 15:05

von APA/Red

Neun Verkehrstote bei Nebelunfällen. Im Herbst bricht in Österreich die Haupt-Nebelzeit an. Im Vorjahr starben bei insgesamt 416 Verkehrsunfällen im Nebel neun Menschen, 533 Personen wurden verletzt, so der ÖAMTC in einer Aussendung.

 |  NOEN, (Erwin Wodicka)
"Fast drei Viertel der Nebelunfälle (303) ereigneten sich von Oktober bis Dezember", so ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte David Nose. Die meisten Unglücke passierten mit 142 in Niederösterreich.

Auch in Oberösterreich mit 93 und in der Steiermark mit 73 gab es 2013 besonders viele Nebelunfälle. "Groß ist die Gefahr von Nebelunfällen besonders im Freiland, aber auch im Ortsgebiet, weil hier unterschiedliche Verkehrsteilnehmer aufeinandertreffen", so ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Während Autos durch Nebelscheinwerfer oder Nebelschlussleuchten noch eher besser erkennbar sind, werden Radfahrer und Fußgänger im Nebel nahezu unsichtbar."

Längerer Bremsweg - "Runter vom Gas"

Daher gilt Abstand zu halten: Aus einem Gefühl der Unsicherheit setzt bei vielen Lenkern ein "Lemming-Effekt" ein - sie heften sich instinktiv an das Licht des Vordermanns. Dadurch kann der Abstand zu gering werden und die Gefahr eines Auffahrunfalls steigt. Zudem soll die Geschwindigkeit reduziert werden. Auf gewohnten Strecken dienen äußere Orientierungshilfen oft zur Tempoeinschätzung. Diese fallen bei Nebel weg. "Auch wenn einem das Tempo schleichend vorkommt, runter vom Gas", rät die ÖAMTC-Expertin. Durch die feuchte Fahrbahn wird der Bremsweg länger.

"Für Autofahrer kommt der Nebel meist überraschend, dann muss das Fahrverhalten rasch an die neuen Gegebenheiten adaptiert werden", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Besondere Vorsicht gilt beim Linksabbieben, auch sollte nicht überholt werden. "Tagfahrlicht allein reicht im Nebel nicht aus. Lenker müssen das Abblendlicht und bei starkem Nebel die Nebelschlussleuchten aktivieren." Wer Nebelscheinwerfer eingebaut hat, kann diese zusätzlich einschalten.

Mangelnde Beleuchtung kann auch rechtliche Folgen haben: Ist ein Fahrzeug ungenügend beleuchtet und es kommt dadurch zu einem Unfall, wird dem Lenker ein Mitverschulden anzulasten sein. Auf keinen Fall sollte man Fernlicht verwenden. Dieses reflektiert im Nebel und führt zur Selbstblendung. Nebelschlussleuchten müssen bei besserer Sicht wieder ausgeschaltet werden, weil sie nachfolgende Fahrer blenden können. Wer darauf vergisst, riskiert eine Strafe von bis zu 5.000 Euro.