Erstellt am 19. Juli 2014, 18:11

von APA/Red

Nibali baute Tour-Führung weiter aus. Vincenzo Nibali hat seine Vormachtstellung bei der 101. Tour de France am Samstag eindrucksvoll untermauert.

Der 29-jährige Italiener baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf der zweiten schweren Alpenetappe noch einmal aus. Nibali führt nun 4:37 Minuten vor dem Spanier Alejandro Valverde. Bei der Bergankunft in Risoul ließ der "Hai von Messina" nur dem Polen Rafal Majka den Vortritt.

Majka hatte schon am Vortag mit Platz zwei in Chamrousse aufgezeigt. Für eine neuerlich couragierte Vorstellung wurde der 24-Jährige mit dem Etappensieg belohnt - dem bisher größten Erfolg seiner Karriere. Majka enteilte auf dem zwölf Kilometer langen Schlussanstieg einer Spitzengruppe, die den Großteil der 177 km von Grenoble nach Risoul bestimmt hatte. Beim Giro d'Italia war der Pole heuer bereits Sechster geworden.

Erster Toursieg für Nibali möglich

Den Giro hat Nibali ebenso wie die Vuelta bereits gewonnen. Nun steuert der Sizilianer auch unaufhaltsam seinem ersten Toursieg entgegen. Nibali war erneut der stärkste Mann im Feld, attackierte vier Kilometer vor dem Ziel aus der Gruppe der Favoriten und fuhr eine weitere Minute auf Valverde heraus. Dieser behauptete seinen zweiten Platz mit Mühe vor den jungen Franzosen Romain Bardet (+4:50 Min.) und Thibaut Pinot (+5:06).

Eine Woche muss Nibali nach 14 von 21 Etappen bis zum Finale in Paris noch überstehen. Ein echter Konkurrent ist nach den sturzbedingten Ausfällen von Titelverteidiger Christopher Froome und Ex-Champion Alberto Contador nicht in Sicht. Am Sonntag steht eine 222 km lange Flachetappe nach Nimes auf dem Programm, ehe es nach dem zweiten Ruhetag ab Dienstag in die Pyrenäen geht.

"Meine Form kommt erst"

Auch Majka, nur wegen Unregelmäßigkeiten im Blutpass des Tschechen Roman Kreuziger ins Tour-Aufgebot von Saxo-Tinkoff gerutscht, war ursprünglich als Helfer für Contador vorgesehen. Nach dem Schienbeinbruch seines Chefs in den Vogesen durfte der Youngster sein Herz in den Alpen aber in die eigenen Hände nehmen. In Chamrousse hatte ihn Nibali noch abgefangen, diesmal kam der "Hai" nicht mehr heran.

"Ich war schon oft Zweiter oder Dritter. Ich habe gewusst, dass ich angreifen muss, sonst habe ich keine Chance", sagte Majka, der sich auch für die Pyrenäen Chancen ausrechnet. "Meine Form kommt erst." Bei der zweiten Alpenetappe waren neben der Auffahrt nach Risoul auch der Col du Lautaret und der Col d'Izoard zu überwinden. Den Bergpreis auf dem 2.360 m hohen Izoard, dem Dach der diesjährigen Tour, sicherte sich der Spanier Joaquin Rodriguez.

Lange Zeit hatten sich mit Geraint Thomas und Mikael Nieve auch zwei Sky-Teamgefährten des Österreichers Bernhard Eisel in der Spitzengruppe aufgehalten. Nach dem Aus für Froome und dem Einbruch von Eisels Zimmerkollegen Richie Porte am Freitag hat der englische Rennstall seinen Fokus auf Etappenerfolge verlegt. Helfer Eisel erreichte das Ziel bei der Skistation Risoul mit 27:40 Minuten Rückstand.