Update am 25. September 2016, 19:28

Thiem verpasste fünften Saison-Titel. Dominic Thiem hat am Sonntag seinen fünften Saison-Titel bzw. insgesamt achten Triumph auf der ATP-Tour verpasst.

Thiem muss sich mit Platz zwei begnügen  |  APA (AFP)

Kein Happy End hat es am Sonntag im Endspiel von Metz für Dominic Thiem gegeben. Der topgesetzte Lichtenwörther unterlag im Kampf um seinen ersten Hallen-Siegerscheck dem Franzosen Lucas Pouille (ATP-18.) nach 1:19 Stunden mit 6:7(5),2:6 klar und verpasste damit seinen fünften Saison-Titel bzw. insgesamt achten Triumph auf der ATP-Tour.

Thiem hätte es aber durchaus in der Hand gehabt, gegen den aufstrebenden Franzosen im Head-to-Head auf 1:1 auszugleichen. Vor allem, nachdem er bei 4:5 im ersten Satz nicht weniger als vier Satzbälle abgewehrt hatte und im darauffolgenden Tiebreak schon mit 5:2 führte. Dann ließ sich Thiem aber mit einigen Fehlern und etwas Pech (Netzroller auf die Linie von Pouille) sowie einem Doppelfehler zum 5:6 den Satz aber noch entreißen.

Thiem musste sich dem Franzosen Pouille geschlagen geben  |  APA (AFP)

Im zweiten Durchgang war die Gegenwehr Thiems für ihn eher untypisch enden wollend. Gleich im ersten Game konnte er den dritten Breakball Pouilles nicht mehr abwehren und geriet so rasch neuerlich in Rückstand. Pouille, der im gesamten Match nur einen einzigen Breakball (bei 5:5 im ersten Satz) zuließ und an diesem Tag in seinen Service-Games weniger kämpfen musste, ließ sich seinen ersten Siegerscheck nicht mehr nehmen.

Mit seinem zehnten Ass feierte er vor eigenem Publikum seinen ersten Triumph und folgte damit Titelverteidiger Jo-Wilfried Tsonga nach.

Pouille ist eine der heißesten Aktien auf der ATP-Tour und unterstrich dies mit diesem Premieren-Titel. Schon in Wimbledon und bei den US Open überzeugte er jeweils mit Viertelfinal-Teilnahmen. Er ist um knapp ein halbes Jahr jünger als Thiem.

Nächste Station: Chengdu

Thiem muss sich nach seinem insgesamt zehnten Endspiel auf der Tour damit mit 43.430 Euro (brutto) sowie 150 ATP-Zählern begnügen. Dem Weltranglisten-Zehnten nützen diese Punkte freilich nur für die 52-Wochen-Weltrangliste, für das "Race" hätte Thiem aufgrund der komplizierten Arithmetik das Turnier gewinnen müssen, um gerade einmal 70 Zähler anzuschreiben. Sein nächstes Turnier bestreitet der Lichtenwörther kommende Woche beim ATP-250-Turnier in Chengdu in China.

Für sein erstes Turnier nach einer Verletzungspause (Aufgabe im US-Open-Achtelfinale) durfte Thiem aber alles in allem dennoch sehr zufrieden sein, auch wenn freilich das Verpassen des nächsten Meilensteins bitter für ihn war. Österreichs konstantester Sommersportler des Jahres hatte nämlich auch eine große Chance vergeben, ein bisschen Tennis-Geschichte zu schreiben.

In China als Nummer 1 gesetzt

Mit seinem ersten Hallen-Titel hätte Thiem als erst vierter Spieler unter allen Aktiven nach Roger Federer (7-mal), Novak Djokovic (2) und David Ferrer (1) ein besonderes Kunststück geschafft: zumindest ein Triumph auf Sand, Rasen, Hartplatz und in der Halle im gleichen Kalenderjahr.

Thiem hat aber schon nächste Woche die Gelegenheit, dies nachzuholen. Wie schon in Metz ist er auch in Chengdu als Nummer eins gesetzt. Mit dem Asien-Trip, wo Thiem nach Chengdu in Peking und Shanghai spielt, geht die Jagd auf das Masters in die heiße Phase. Besonders in Peking (ATP-500) und Shanghai (ATP-1000) werden viele Punkte vergeben.

Thiem: "Er war der bessere Spieler"

Dominic Thiem war letztlich mit seiner Woche zufrieden und sah Lucas Pouille am Sonntag als den stärkeren Spieler. "Der erste Satz kann natürlich auch in meine Richtung gehen, aber nichtsdestotrotz war er auch vorher der bessere Spieler", konstatierte der Niederösterreicher in der Pressekonferenz. Thiem glaubt, dass man Pouille "bald in den Top Ten" sehen wird.

"Der Belag ist sehr schnell und es gibt einen niedrigen Ballabsprung, von dem her war es eine sehr gute Woche. Der Volley war sehr schwach heute, das ist generell nicht meine größte Stärke", sieht Thiem Handlungsbedarf.

Sein kurzfristig eingeschobener Trip nach Chengdu, wo man ja nach der Absage von Jo-Wilfried Tsonga in Thiem einen Ersatz aus den Top Ten gefunden hat, ist auch im Hinblick auf den Asien-Trip willkommen. "Chengdu ist gut, damit ich mich einstelle auf Asien und den ganzen Jetlag, weil Peking und Shanghai doch sehr wichtig sind."

Dieser "asian swing" werde hart werden. "Ich habe in Peking und Shanghai noch nie wirklich gut gespielt. Mein Ziel ist es, dort ordentlich zu spielen."