Erstellt am 22. April 2015, 11:58

von APA/Red

NMS-Schüler wechseln öfter an höhere Schule als Hauptschüler. Schüler aus Neuen Mittelschulen (NMS) wechseln häufiger an AHS-Oberstufen oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) als Hauptschüler.

Konkret wechselten 2013/14 rund 46 Prozent der Absolventen einer NMS an eine maturaführende Schule, aber nur 39 Prozent der Hauptschüler. Bei den Schülern einer AHS-Unterstufe beträgt die Übertrittsrate laut Statistik Austria sogar rund 93 Prozent.

"Kinder aus Neuen Mittelschulen schaffen es besser, in höherbildende Schulen überzusetzen als Hauptschüler", meinte der Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer. Gegenüber der Anfang März präsentierten NMS-Evaluierungsstudie habe man eine "längere Zeitreihe an Daten" zur Verfügung gehabt und damit "etwas stärker abgesicherte Ergebnisse". Die NMS haben es aber nicht geschafft, Schüler aus den AHS-Unterstufen abzuziehen.

"Unterrichtsform spielt eine wesentliche Rolle"

Die Ergebnisse würden eine "teils deutliche Verbesserung" zeigen, so Pesendorfer. Das betreffe sowohl die Abstände zwischen Schülern mit deutscher bzw. nicht-deutscher Umgangssprache als auch generell die Fähigkeiten und den Willen der NMS-Schüler, in höhere Schulen zu wechseln.

"Offensichtlich spielt die neue Unterrichtsform dabei eine wesentliche Rolle", folgerte Pesendorfer aus einem anderen Detail: Trotz NMS wechsle nach wie vor praktisch der gleiche Anteil an Volksschülern an eine AHS-Unterstufe (je nach Schuljahr 33 bis 34 Prozent) wie vor ihrer Einführung im Jahr 2008. "Es kann also nicht die Struktur sein, die zu den Ergebnissen führt" - also etwa eine stärkere Durchmischung in der NMS.

"In der Sekundarstufe I gab es offensichtlich eine Qualitätsverbesserung", so Pesendorfer, "wenn man es als Erfolg betrachtet, dass Schüler verstärkt in Schulen mit Maturaabschluss strömen." Und: "Das Potenzial ist größer geworden." Inwiefern die ehemaligen NMS-Schüler tatsächlich die Matura schaffen oder ein Hochschulstudium absolvieren, kann allerdings noch nicht gesagt werden. Die ersten NMS-Jahrgänge kommen frühestens 2016 zur Matura.

Keine Verbesserung bei Bildungsmobilität bzw. Bildungsgerechtigkeit

Ansonsten zeigt sich ein traditionelles Bild: Nach der Volksschule wechselt rund ein Drittel der Schüler in eine AHS-Unterstufe und zwei Drittel in Hauptschulen bzw. NMS. Bei den Maturanten sieht es anders aus: 53 Prozent besuchten zunächst eine AHS-Unterstufe, 42 Prozent eine Hauptschule (Rest: anderer Schultyp bzw. unbekannt).

Nach wie vor keine Verbesserung gibt es bei der Bildungsmobilität bzw. Bildungsgerechtigkeit: 56 Prozent der 25- bis 44-Jährigen aus einem Akademiker-Haushalt erreichen einen tertiären Abschluss, aber nur sieben Prozent in dieser Altersgruppe mit Eltern, die höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. "Das Bildungsgen ist weiter sehr stark am Arbeiten", so Pesendorfer. Diese Korrelation habe sich in den vergangenen Jahren nicht sehr stark verändert.

Auch eine weitere Entwicklung gibt zu denken: Zwar steigt der Anteil der Personen mit Tertiärabschluss an - mittlerweile beträgt dieser bereits 16 Prozent (1981: 4,5 Prozent). Allerdings bleibt nach einem kontinuierlichen Absinken in den Jahren davor der Prozentsatz der 25- bis 64-Jährigen mit der Pflichtschule als höchstem Abschluss seit einigen Jahren relativ konstant bei 19 Prozent (1981: 46 Prozent).