Erstellt am 03. Juli 2015, 14:18

von APA Red

Noch keine Einigung bei Atomgesprächen. Im Atomstreit zwischen der 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich plus Deutschland) und dem Iran geht es vier Tage vor der Deadline am 7. Juli zwar voran, aber es gibt noch keine Einigung.

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Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) meinte am Freitag in Wien gegenüber der APA, dass es Fortschritte gebe, aber einige Punkte noch offen seien.

"Als Gastgeber sind wir zuversichtlich, dass es eine Einigung gibt. Dies würde Stabilität nicht nur für die Region, sondern für uns alle bringen", erklärte Kurz nach einem Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer und dem iranischen Außenminister Mohammad Javad Zarif in der Präsidentschaftskanzlei.

Ähnlich optimistisch äußerte sich auch der Bundespräsident. Er meinte, dass es noch einige Formulierungsfragen zu lösen gebe, Außenminister Zarif aber letztlich zuversichtlich sei, dass ein Deal zustande kommt.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO), Yukiya Amano, dämpfte dagegen Hoffnungen auf einen raschen Durchbruch. Amano hatte am Donnerstag in Teheran mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani über die heiklen Themen der Inspektionen von Militäranlagen und der Untersuchung angeblicher früherer Atomwaffenprogramme gesprochen.

"Ich glaube, beide Seiten haben nun ein besseres Verständnis, wie es vorwärtsgehen könnte, aber wir haben noch mehr Arbeit vor uns", sagte IAEA-Chef am Freitag.

Der Kabinettschef von Rohani, Mohammad Nahavandian, ist indessen am Freitag zu einer "Spezial-Mission" nach Wien gekommen, um in den Endspurt der Atomverhandlungen Bewegung hineinzubringen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ist die Reise eine "Spezial-Mission", bei der der Sondergesandte "die notwendigen Konsultationen" mit der Delegation führen soll, um zu einem endgültigen Deal im Atomkonflikt zwischen der 5+1-Gruppe und Teheran zu gelangen.

Einen Tag nach dem Blitzbesuch von Amano im Iran deutet Nahavandians Besuch in Wien darauf hin, dass die Iraner aufs Tempo drücken und bis zum Eintreffen aller Außenminister am Montag intensiv am Vertragstext arbeiten wollen.

Am Freitagnachmittag gingen die Verhandlungen zwischen den Streitparteien auf technischer und politischer Ebene im Palais Coburg weiter. US-Außenminister John Kerry und sein iranischer Amtskollege Mohammad Javad Zarif befinden sich beide noch in Wien.