Erstellt am 09. August 2014, 10:20

von APA/Red

Obama: "Lassen kein Kalifat zu". US-Präsident Barack Obama hat sich grundsätzlich zu umfangreicheren Luftschlägen gegen die IS-Jihadisten im Irak bereit erklärt. "Wir werden es nicht zulassen, dass sie ein Kalifat in Syrien und im Irak errichten", sagte Obama in einem Interview der "New York Times".

Voraussetzung sei aber, dass die politischen Spitzen im Irak die Regierungskrise beenden und einen Weg der Zusammenarbeit finden.

Wenn es Partner in der irakischen Führung gebe, sei eine größere Unterstützung der USA denkbar, um die radikalen Kämpfer der Extremistenbewegung Islamischer Staat (IS) zurückzudrängen, betonte Obama.

Luftangriffe, um "Genozid zu verhindern"

Die USA hatten am Freitag erstmals seit dem Vormarsch der Islamisten-Milizen im Nordirak mit Luftschlägen direkt in die Kämpfe eingegriffen. Dadurch soll die Einnahme der Stadt Erbil im halbautonomen Kurdengebiet durch IS-Kämpfer verhindert und die Verfolgung religiöser und ethnischer Minderheiten gestoppt werden. Obama hatte zuvor begrenzte Luftangriffe angekündigt, um "einen Genozid zu verhindern". Der Einsatz von Bodentruppen sei nicht geplant.

Die Kämpfe zwischen den Extremisten und kurdischen Einheiten gingen unterdessen weiter. Kurdische Peschmerga hätten einen Angriff von IS-Kämpfern auf den Ort Tuz Khurmatu südlich der Stadt Kirkuk abgewehrt, berichtete die irakische Nachrichtenseite Shafaaq News am Samstag. Demnach erlitten die Extremisten "schwere Verluste". Über Opfer aufseiten der kurdischen Einheiten wurden keine Angaben gemacht.

USA und Großbritannien schickten Lebensmittel

Vor den Luftangriffen hatten drei US-Frachtflugzeuge und zwei Kampfjets 8000 Fertigmahlzeiten und 20.000 Liter Wasser über dem Sindschar-Gebirge im Nordirak abgeworfen. Damit sollte den Tausenden Jesiden und Christen, die sich aus Angst vor Verfolgung und Gewalt vor den sunnitischen Extremisten verstecken, geholfen werden. Auch Großbritannien schickte Flugzeuge, um Lebensmittel abzuwerfen.

Der UNO-Sicherheitsrat in New York rief alle Staaten auf, die Regierung in Bagdad gegen die Extremisten zu unterstützen. "Wir sind empört, dass Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen wurden", hieß es in der Erklärung. Menschen würden nur wegen ihrer Volkszugehörigkeit, ihres Glaubens oder ihrer politischen Ansichten verfolgt und ermordet. "Alle Seiten müssen zusammenarbeiten, um Iraks Souveränität, Einheit und Unabhängigkeit zu sichern."