Erstellt am 21. April 2016, 14:56

von APA/Red

Obama will von Golf-Emiraten mehr Einsatz im Kampf gegen IS. In einem Klima des Misstrauens ist US-Präsident Barack Obama am Donnerstag mit Spitzenvertretern der sechs arabischen Monarchien des Golfkooperationsrates (GCC) zusammengetroffen.

Obama zu Gast am Golf  |  NOEN, APA (AFP)

Im Mittelpunkt des Gipfels in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sollte der Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) stehen.

Obama will die US-Verbündeten Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu einem stärkeren Engagement bewegen. Die arabischen Staaten werfen der US-Regierung eine zögerliche Haltung gegenüber dem syrischen Machthaber Bashar al-Assad und - noch viel mehr - das internationale Atomabkommen mit dem schiitischen Iran vor. Gleichsam als Beleg für die Reserviertheit gegenüber dem Gast aus dem Weißen Haus wurde der Gipfelauftakt im Diriyah-Palast nicht live im Fernsehen übertragen.

Politische und wirtschaftliche Hilfe

Am Mittwoch hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter die Golfstaaten bereits aufgerufen, dem Irak stärker zu helfen, nicht nur militärisch, sondern auch politisch und wirtschaftlich. Die "sunnitische Unterstützung" sei "entscheidend", um die (sunnitischen) IS-Extremisten zu besiegen, sagte Carter, der am Gipfeltreffen am Donnerstag teilnehmen sollte.

Im Hinblick auf Syrien wollen die USA die reichen Öl-Monarchien auf die Zeit nach einer politischen Lösung vorbereiten: Die involvierten Parteien müssten dann in der Lage sein, sich "auf den Kampf gegen den IS zu konzentrieren", erklärte Obama-Berater Rob Malley.

Zu den Wünschen seiner Partner gehört der Aufbau eines Militärbündnisses nach dem Vorbild der NATO. Das hat das Weiße Haus zwar ausgeschlossen, doch gehört der Aufbau einer gemeinsamen Raketenabwehr durchaus zu den Projekten von Pentagon-Chef Carter. Vor dem Gipfel wies er darauf hin, dass Washington im vergangenen Jahr den Verkauf von Waffen und anderem militärischen Material an die Gipfelstaaten im Volumen von "mehr als 33 Milliarden Dollar" (29,00 Mrd. Euro) genehmigt habe.