Erstellt am 23. April 2015, 19:59

von APA/Red

Verdächtiger im Taximord in Wels gefasst. Nach der tödlichen Messerattacke auf eine 56-jährige Taxilenkerin in Gunskirchen (Wels-Land) in der Nacht auf Dienstag ist ein Verdächtiger festgenommen worden.

Das sagte am Donnerstagabend ein Sprecher der Polizei Oberösterreich, der damit einen Bericht des "Kurier" bestätigte. Der 46-Jährige wurde in einem Welser Hotel gefasst. "Der Fall ist damit offenbar geklärt", sagte der Sprecher.

Laut "Kurier" und "Österreich" hatte der mutmaßliche Täter unter seinem richtigen Namen eingecheckt. Am späten Nachmittag war ein Fahndungsersuchen von Polizei und Staatsanwaltschaft mit seiner Identität hinausgegangen. 

Nach dem Verdächtigen war EU-weit gefahndet worden. Ermittler hatten aufgrund der kriminellen Vorgeschichte des Mannes von "einer besonders gefährlichen Person" gesprochen. "Die Gefährlichkeit gründet nicht nur auf der aktuellen Tat, sondern auch auf der Vorstrafenlage, wo neben Vermögensdelikten massive Angriffe gegen Leib und Leben verzeichnet sind", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels, Christian Hubmer. Näheres zu seinem Vorleben wollten die Ermittler nicht sagen.

70 bis 80 Polizisten im Einsatz

Noch in der Tatnacht waren die Ermittlungen voll angelaufen. 70 bis 80 Polizisten seien im Einsatz gewesen, berichtete der Leiter des oö. Landeskriminalamts, Gottfried Mitterlehner, in einer Pressekonferenz am Donnerstagabend in Linz. Man ging auch sehr vielen Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

Der mutmaßliche Täter dürfte gegen 21.30 Uhr am Linzer Hauptbahnhof das Taxi bestiegen und sich nach Gunskirchen fahren lassen haben. Wie lange er sich vorher am Bahnhof herumtrieb, wollte oder konnte die Polizei nicht sagen.

Auf einem Parkplatz in Gunskirchen kam es laut Rekonstruktion der Polizei gegen 22.10 Uhr zu der Bluttat. Der Unternehmer, für den die Lenkerin arbeitete, hatte Alarm geschlagen, weil keine Kontaktaufnahme mit der Frau möglich war.

Er stellte per Ortung fest, dass sich das Fahrzeug in Gunskirchen befand. Dort entdeckte die Polizei auf dem Parkplatz eines Gartencenters den Wagen mit der blutüberströmten Leiche der 56-Jährigen. Sie wies mehrere Schnitt- und Stichwunden auf, die laut vorläufigem Obduktionsergebnis auch zum Tod geführt haben.

Hinweise führten zur Identifizierung des Täters

Die Ermittler stellten ein Messer - die mutmaßliche Tatwaffe - und eine auffällige schwarz-weiße Jacke sicher, die dem Täter gehört haben dürfte. Auf Überwachungsbildern des Linzer Bahnhofs von Montagabend wurde ein Mann ausgemacht, der eine derartige Jacke trug. Daraufhin gingen Hinweise bei der Polizei ein, die zur Identifizierung des Mannes geführt haben dürften.