Erstellt am 28. Februar 2016, 08:29

ÖAMTC mit 30. Rettungshubschrauber. Für Reinhard Kraxner ist es "ein Bubentraum". Der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung hat den 30. Rettungshubschrauber der ÖAMTC-Flotte in Empfang genommen.

ÖAMTC-Flugrettungs-Geschäftsführer Reinhard Kraxner zum 30. Hubschrauber: "Ein Bubentraum"  |  NOEN, APA

Im April wird die neue Generation des H135 in Tirol seinen Dienst antreten. Der neue Christophorus-Hubschrauber ist leistungsfähiger, wendiger und leiser, versprach der Hersteller Airbus Helicopters in Donauwörth in Deutschland.

Eingesetzt wird der neue Rettungs-Heli im Westen Österreichs. "Er ist die leistungsfähigste Variante dieses Typus H135", sagte Kraxner im APA-Interview. "Die neuen und verbesserten Triebwerke, die Software der Triebwerke sowie die verbesserten Rotorblätter erlauben es uns, dass wir noch einmal zusätzlich 20 Prozent an Leistung verwenden können." Stationiert wird der Hubschrauber in Innsbruck und Flüge im hochalpinen Bereich absolvieren. "Dort hat er seinen idealen Einsatzraum", erklärte Kraxner.

Der ÖAMTC-Flugrettungsgeschäftsführer ist selbst Pilot und war mit dem H135 vor zwei Jahren geflogen, als er in Donauwörth vorgestellt wurde. "Und das war auch mit ein Grund, dass ich damals gesehen habe, da gibt's wirklich noch einmal eine Stufe, die uns das Leben und Fliegen im Gebirge noch weiter erleichtert", erzählte Kraxner. "Es ist im Endeffekt der gleiche Hubschrauber, was den Innenraum anlangt, aber wir haben wieder etwas mehr Möglichkeiten, mit diesem Hubschrauber das zu tun, wozu wir da sind, nämlich Patienten zu helfen."

Neben seinem geräumigen Innenraum, wo Patiententragen Platz finden, zeichnet den H135 sein geringer Rotorendurchmesser aus, sodass er auch in engem Gebiet, wie etwa in den Straßen von Großstädten, und in unwegigem Gelände landen kann, erklärte Axel Humpert, Programmleiter H135 bei Airbus Helicopters Deutschland. Der Hubschrauber ist mit zwei Motoren ausgestattet. "Sollte denn doch mal ein Triebwerk ausfallen, aus welchen Gründen auch immer, es ist das zweite Triebwerk da", so Humpert. Auch mit dem verbleibenden Triebwerk könne weitergeflogen und auch wieder sicher gelandet werden.

Der Hubschrauber wurde drei Tage lang auf Herz und Nieren von drei ÖAMTC-Technikern überprüft und war am Wochenende am Weg nach Innsbruck. Die in Tirol stationierten Rettungspiloten freuen sich schon auf die neuen Aufgaben mit dem H135, ließ Kraxner wissen. In Innsbruck begann auch die Erfolgsgeschichte der ÖAMTC-Flugrettung. Dort wurde am 1. Juli 1983 Christophorus 1 stationiert.

Mehr als 18.000 Einsätze sind die Christophorus-Helikopter im vergangenen Jahr in Österreich geflogen. Durchschnittlich wurden die Retter pro Tag 50 Mal alarmiert. Am öftesten im Einsatz stand Christophorus 9, der im Großraum Wien 2.023 mal unterwegs war. Danach folgen Christophorus Europa 3 in Suben (1.763) und Christophorus 3 in Wiener Neustadt (1.428).

"Man würde es wahrscheinlich nicht glauben", sagte ÖAMTC-Flugrettungsgeschäftsführer Kraxner, aber die häufigsten Notfälle seien internistische und neurologische wie Herzinfarkt und Schlaganfall. "Die machen mehr als die Hälfte unserer Einsätze aus." In der Statistik folgen Rettungsflüge wegen Unfällen im alpinen Sportbereich wie Skifahren oder Wandern. "Und ganz hinten angereiht sind Verkehrsunfälle, die mittlerweile nur mehr sieben Prozent unserer Einsatzstatistik ausmachen", sagte Kraxner.