Erstellt am 12. November 2014, 13:48

von APA Red

ÖBB kauften "Schrott"-Loks für 70 Mio.. Der Rechnungshof kritisiert die ÖBB für einen millionenschweren Fehlkauf. Die Bundesbahnen kauften vor gut 20 Jahren 18 Loks für umgerechnet 70 Mio. Euro.

15 Jahre später wurden die Triebfahrzeuge der Baureihe 1014 auf einen "Schrottwert" von 15.000 Euro pro Stück abgeschrieben. Eigentlich hätten die Loks auf 30 Jahre abgeschrieben werden sollen. Die Verkaufsversuche ab 2010 blieben erfolglos.

2009 wurden die von Elin und SGP (mittlerweile Siemens) gebauten Triebwerke vorzeitig stillgelegt. Die permanenten Mängel - eine Lok brannte 2001 völlig aus - machten den Betrieb unrentabel, so der RH. Zwischen 2005 und 2013 brockten die Triebfahrzeuge der ÖBB einen Verlust von 24,5 Mio. Euro ein.

Der Rechnungshof kritisiert auch den Kaufpreis: Die Anschaffungskosten der Lokreihe 1014 seien im Vergleich zur Lokreihe 1116 um 23,4 Mio. Euro höher gewesen, obwohl die 1014er auf einer älteren Technik beruhten und eine geringere Leistung erbrachten. Auch die Reparaturkosten waren deutlich höher.

Für die erfolglosen Verkaufsversuche machen die RH-Prüfer die ÖBB-Produktion GmbH verantwortlich. Die Geschäftsführung habe den Kaufpreis im Februar 2009 auf rund 15 Mio. Euro geschätzt. Durch eine Bewertung von Fachexperten hätte ein realistischerer Verkaufspreis festgelegt werden können, ist der RH überzeugt, das hätte auch die Verkaufschancen erhöht.

"Der Verkaufsprozess war nicht strukturiert und unsystematisch", fassen die Prüfer zusammen. Für sie unverständlich, warum der Verkauf nicht direkt nach dem Stilllegen der Flotte erfolgte. Damals sei der Gesamtzustand der Triebfahrzeuge noch besser gewesen als nach jahrelangem Stillstand.

Laut Rechnungshof versuchte die ÖBB-Produktion zwei Jahre lang - entgegen den Bestimmungen der entsprechenden Konzernrichtlinie - die Loks ohne Einbindung des strategischen Konzerneinkaufs zu verkaufen, zuletzt 2011 an die ungarische ÖBB-Tochter Rail Cargo Hungaria.