Erstellt am 13. November 2014, 20:21

von APA/Red

Janko auf dem Weg zu alter Stärke. Für Marc Janko ist auf Clubebene die jahrelange Leidenszeit als Reservist zu Ende gegangen.

 Bei seinem neuen Verein Sydney FC ist der 31-Jährige unumstrittener Stammspieler und fühlt sich deshalb vor dem EM-Qualifikationsspiel am Samstag (18.00 Uhr/live ORF eins) im ausverkauften Wiener Happel-Stadion gegen Russland gut in Schuss.

"Es wird von Woche zu Woche besser, auch wenn ich noch nicht den Zenit erreicht habe. Bedingt durch die Leerläufe der letzten Zeit kann ich mich noch verbessern", erklärte Janko am Donnerstag in Wien und gab zu: "Wenn man lange nicht spielt, rosten Automatismen ein und es gibt auch physische Probleme."

Durch die regelmäßigen Einsätze bei Sydney sei nun die Freude am Fußball zurückgekehrt, erzählte Janko. "Babys brauchen ihren Rhythmus und ich auch", meinte der 42-fache Internationale (18 Tore). In allen vier Meisterschaftspartien, in denen er zur Verfügung stand, schien der Stürmer in der Startformation von Sydney auf.

Begeisterungsstürme nach 40-Meter-Treffer

Sein bisher einziger Treffer in der australischen Liga hätte nicht spektakulärer sein können – vor drei Wochen war der Ex-Salzburger gegen Brisbane mit einem Schuss aus 40 Metern erfolgreich. "Mit diesem Tor habe ich mir die Latte hochgelegt. Jetzt wird von mir jede Woche so etwas erwartet", schmunzelte Janko.

Die A-League bezeichnete der Angreifer als "physisch sehr stark. Und taktisch hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren einiges entwickelt." Sydney FC liegt nach fünf Runden mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Perth Glory auf Platz drei.

Da die Meisterschafttermine in Australien nicht mit dem internationalen Länderspiel-Kalender synchronisiert sind, versäumt Janko das Heimmatch am Samstag gegen Melbourne Victory. Ob er gleich nach dem Russland-Match nach Australien zurückfliegt oder auch noch gegen Brasilien zur Verfügung steht, ist noch offen. "Wir müssen das noch besprechen, aber ich gehe davon aus, dass ich beim Nationalteam bleibe", vermutete Janko.

Rubin war ein sehr guter Ersatz

Gegen Montenegro fehlte Österreichs Einser-Mittelstürmer wegen einer Sperre, sein Ersatzmann Rubin Okotie erzielte das Gold-Tor gegen die Balkan-Truppe und empfahl sich damit für weitere Einsätze. "Rubin hat das sehr gut bis überragend gemacht, ich habe mich darüber sehr gefreut."

Sollte Janko deshalb seinen Stammplatz verlieren, würde sich seine Enttäuschung in Grenzen halten. "Es gibt bei uns keine Ressentiments den anderen gegenüber. Wenn Rubin spielen sollte, drücke ich ihm von der Bank aus die Daumen. Es geht um Österreich, nicht um Marc Janko oder Rubin Okotie", betonte der Australien-Legionär.

Der große Zusammenhalt innerhalb der ÖFB-Mannschaft sei ein Aspekt des Aufschwungs seit dem Amtsantritt von Teamchef Marcel Koller vor drei Jahren. "Wir sind ein verschworener Haufen geworden, und daran hat der Trainer seinen Anteil. Und auch die Entwicklung im taktischen Bereich ist nicht von der Hand zu weisen", erklärte Janko.

Österreicher sind bester Dinge für Samstag

Generell könnte die aktuelle Situation bei der rot-weiß-roten Equipe nicht besser sein. "Jeder ist fokussiert und positiv angespannt. Auch bei den Fans ist eine Euphorie da. Wir sind in der Lage, eine Serie zu starten und eine gewisse Konstanz zu entwickeln", sagte Janko.

Diese positive Stimmung soll mit einem Sieg über Russland konserviert werden. "Wir haben die Russen schon analysiert und den einen oder anderen Ansatz gefunden, wie wir glauben, gegen sie erfolgreich sein zu können", verriet Janko, ohne ins Detail zu gehen.

Trotz aller Zuversicht sieht der Stürmer seine Truppe gegen Russland als Underdog - darauf hat auch die bessere Position Österreichs im FIFA-Ranking keinen Einfluss. "Die Weltrangliste ändert sich alle drei Wochen aus unerklärlichen Gründen. Wir können jetzt nicht sagen, wir sind wer – weil wir noch niemand sind", sagte Janko.