Erstellt am 26. Juli 2014, 11:52

ÖFB-Jungkicker fiebern EM-Halbfinale entgegen. Mit dem 1:2 gegen Portugal haben Österreichs U19-Fußballer am Freitagabend in Felcsut die erste EM-Niederlage kassiert. Der Zuversicht im rot-weiß-roten Lager tat dies jedoch keinerlei Abbruch. Denn die Truppe von Teamchef Andreas Heraf zeigte auch gegen die Portugiesen eine reife und starke Darbietung. Im ÖFB-Team regiert daher riesige Vorfreude aufs Halbfinale gegen Deutschland.

"Jetzt brennen wir für diese Geschichte, jetzt wollen wir es wissen", brachte Teamchef Andreas Heraf die kollektive Euphorie in seiner Truppe auf den Punkt. Das Motto für Montag lautet: "Die Deutschen spielen Semifinale, wir spielen Finale. Wenn wir das gewinnen, dann haben wir zufällig noch ein zweites. So gehen wir das an. Wir werden alles in dieses Match reinlegen."

Der 46-Jährige wird neuerlich dafür sorgen, dass seine Kicker blendend eingestellt in die Partie am Montagabend (18.00 Uhr) in Budapest gehen werden. Die DVDs von den drei deutschen Gruppenspielen laufen in Herafs Hotelzimmer in der ungarischen Hauptstadt auf Dauerschleife.

Mindestens genauso entscheidend ist aus Sicht des Erfolgstrainers aber das Thema Regeneration. Auslaufen, ein Bad im Eisbecken, Radfahren - das alles stand für die Spieler noch am Abend nach dem 1:2 gegen die Portugiesen auf dem Programm. "Es geht jetzt vor allem um eines: Regeneration", sagte Heraf, der berichtete, dass in der Pause des Portugal-Spiels einige Akteure mit den Kräften am Ende waren und ausgetauscht werden wollten.

"Das gefällt mir nicht, das macht mir ein bisschen Sorge. Aber das wird den anderen Teams genauso gehen", so Heraf. Umso entscheidender könnte der Vorteil sein, dass man aufgrund des vorzeitig fixierten Halbfinal-Einzugs Schlüsselspieler wie Francesco Lovric, Sinan Bytyqi oder Sascha Horvath gegen Portugal zumindest teilweise schonen konnte.

Dadurch konnten auch Akteure wie der erst Ende Mai 17 Jahre alt gewordene Mittelfeldmann Konrad Laimer ihr Können unter Beweis stellen. "Er ist erst seit rund zehn Tagen bei uns und spielt, als wäre er schon immer dabei", sagte Heraf, der dafür eine simple Erklärung hat: "Unser Spiel ist einfach strukturiert. Jeder weiß, was er zu tun hat. Ich brauch' nicht ein halbes Jahr jeden Tag Training mit den Jungs. Ein paar Einheiten, ein paar Gespräche, dann geht das schon."

Die Spieler brennen mindestens genauso wie ihr Teamchef auf das Duell mit den Deutschen. "Wir haben mit Portugal eine große Fußballnation ins Wanken gebracht. Das wollen wir am Montag wiederholen", erklärte Verteidiger Alexander Joppich. Mittelfeldspieler Martin Rasner strich die Siegermentalität in dieser Mannschaft hervor: "Die Öffentlichkeit traut Österreich im Fußball nie etwas zu. Wir intern haben aber gewusst, dass wir weit kommen können. Mit unserem Kollektiv können wir jeden Gegner schlagen."

Auch der leicht an der Achillessehne angeschlagene Innenverteidiger Lukas Gugganig meinte voller Selbstvertrauen: "Wir stehen völlig verdient im Halbfinale. Jetzt wollen wir auch dieses Spiel gewinnen und weiter für Furore sorgen."