Erstellt am 29. Oktober 2014, 20:47

von Wolfgang Wallner

0:1! St. Pöltens Cup-Traum ist zu Ende. Schonkost reicht Grödig zum Aufstieg. Die St. Pöltner Wölfe probierten nach der Pause alles, um den 0:1-Rückstand aufzuholen. Gary Noel vergab die größte Ausgleichschance.

 |  NOEN, Wallner Wolfgang
David gegen Goliath – dieses Cup-Menü hat den St. Pöltner Wölfen schon im Vorjahr geschmeckt. Und entsprechend ambitioniert ging der SKN vom Start weg gegen Bundesligist Grödig zu Werke.

In vorderster Front setzte Trainer Michael Steiner auf Gary Noel, der von Konstantin Kerschbaumer und Michael Ambichl unterstützt wurde. Mit frühem Pressing versuchte der SKN, die Grödiger schon im Spielaufbau zu stören. Das gelang den St. Pöltnern – ohne aber selbst gefährlich zu werden.

Tor fällt in der 22. Spielminute

Keeper Kostner parierte bei der ersten Grödig-Chance durch Florian Hart, der aus spitzem Winkel scheiterte (15.). Dann aber reichte ein einziger Pass in die Tiefe, um die SKN-Abwehr auszutricksen. Philipp Huspek bekam von Marcel Holzmann nur Begleitschutz, drückte von der Strafraumgrenze ab und traf – 0:1 (22.).

Bei einem Handle-Volleyversuch hatte David Stec noch das Bein dazwischen. Und dann bekam auch der Pressbaumer Cican Stankovic im Tor der Gäste Arbeit, faustete einen Ambichl-Freistoß aus der Gefahrenzone (35.).

Kurz vor der Pause lag allerdings das 0:2 in der Luft. Handle verzog nach Reyna-Pass, die Salzburg-Leihgabe scheiterte eine Minute später an Kostner (43.) und bei einer starken Kombination über Huspek, Hart und Djuric war der SKN-Schlussmann wieder am Posten. Zur Pause reagierte Trainer Steiner, löste die Viererkette auf und brachte mit Daniel Segovia für Holzmann neue Offensivpower.

Nach der Pause holt Steiner Segovia

Das machte sich bezahlt. Die „Wölfe“ bekamen Übergewicht, drängten die Grödig phasenweise in die eigene Hälfte. Und punkteten wieder mit jenem Kampfgeist, der sie in den letzten Wochen stark gemacht hatte.

Segovia vergab kurz nach seiner Einwechslung die erste Chance (52.), schickte kurz darauf Noel auf die Reise – doch der Engländer wurde am Fünfereck abgeblockt.

Bis auf einen Freistoß des eingewechselten Ex-Teamspielers Roman Wallner blieb Kostner in Hälfte zwei praktisch arbeitslos. Und dann die Riesenchance für SKN-Stürmer Noel: Der erwischte Grödigs Abwehr am falschen Fuß, hatte viel Platz – doch aus 15 Metern traf er den Ball nicht voll, verzog (83.).

Vier Minute später dann eine Schrecksekunde: Nach Tomi-Flanke köpfelte Wallner ein. Doch Schiri Grobelnik entschied auf Abseits. Einmal noch warfen die „Wölfe“ alles nach vor. Zu einer Chancen kamen sie aber nicht mehr. Das Cup-Abenteuer ist für den SKN vorbei.

Stimmen zum Spiel

Konstantin Kirschbaumes (SKN-Mittelfeld): „Das Cup-Aus ist natürlich sehr bitter. Wir waren phasenweise gut dabei, aber die letzten Prozente haben halt dann gefehlt. So können wir uns nichts davon kaufen.“
 
Michael Steiner (SKN-Trainer): „Wenn du im Spiel nach vor nicht mutig genug bist, dann reicht es eben nicht. Vor allem in der 1. Hälfte war das zu  wenig, nach der Pause ein wenig besser. Aber auch als wir vorwiegend in der Grödiger Hälfte waren, haben wir zu wenig Chancen kreiert. Es war ein lehrreiches Spiel für die Mannschaft, die heute sicher nicht zufrieden nach Hause fahren wird."
 
Michael Baur (Grödig-Trainer): „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, hättend as zweite Tor nachlegen müsse. Sin hat uns dadurch bis zum Schluss fordern können. 
Die Partie war nicht hochklassig, aber wir haben unser Ziel erreicht, wir überwintern im Cup. 


SKN ST. PÖLTEN – SV SCHOLZ GRÖDIG (0:1).

Torfolge: 0:1 (22.) Huspek.

Gelb: (9., Foul) Wisio.

St. Pölten: Kostner – Stec (72. Schibany), Huber, Wisio, Holzmann (46. Segovia) – Grasegger, Parada, Hofbauer – Ambichl (60. Schagerl), Kerschbaumer – Noel.

Grödig: Stankovic – Hartl, Karner, Strobl, Martschinko – Maak - Huspek (63. Wallner), Nutz, Djuric (63. Tomi), Handle (83. Völkl) – Reyna.

NV-Arena, 1350 Zuschauer.- SR Grobelnik.