Erstellt am 08. Oktober 2014, 15:40

von APA/Red

ÖFB-Team in Moldawien auf Sieg eingestellt. Österreichs Fußball-Nationalteam peilt am Donnerstag (20.45 MESZ/live ORF eins) den ersten Sieg in der laufenden EM-Qualifikation an.

Nach dem Heim-1:1 zum Auftakt gegen Schweden benötigt die Auswahl von Marcel Koller in Chisinau gegen Moldawien dringend drei Punkte, um auf Kurs Richtung EM 2016 in Frankreich zu bleiben und für das Duell mit Montenegro am Sonntag in Wien Selbstvertrauen zu tanken.

Von einem Pflichtsieg wollte Koller allerdings nicht sprechen. "Wir möchten natürlich gewinnen, aber leicht wird es nicht", warnte der Schweizer. Außerdem sei ein Punkteverlust im Zimbru-Stadion nicht gleichbedeutend mit dem Ende aller WM-Träume, betonte der Teamchef. "Nach dem 0:0 am Anfang der letzten WM-Quali in Kasachstan haben auch gleich alle geschrien, es ist vorbei, und dann hatten wir noch bis zum Schluss die Möglichkeit, ins Play-off zu kommen."

Das 0:0 im September 2012 in Astana ist für die ÖFB-Auswahl ein Beispiel dafür, wie man es in Chisinau nicht machen sollte. Damals wurden die Österreicher nach einigen vergebenen Chancen immer verkrampfter, der erlösende Treffer gelang nicht mehr. "Diesmal brauchen wir mehr Ruhe in unseren Aktionen, auch wenn wir nicht gleich ein Tor schießen", forderte Koller.

"Habe ein sehr gutes Gefühl"

Der 53-Jährige zeigte sich optimistisch, dass die Fehler der Vergangenheit vermieden werden können. "Wir haben eine gute Mannschaft, die theoretisch besser ist als Moldawien. Nur müssen wir auch gewillt sein, das auf den Platz zu bringen."

Die Marschroute des ÖFB-Teams für das Donnerstag-Match ist schnell erklärt. "Wir müssen unser Spiel spielen, Druck aufbauen und die Löcher nützen, die sich sicher auftun werden", erklärte Koller. Dass seine Truppe die Nummer 105 der aktuellen FIFA-Weltrangliste (Österreich ist 39.) unterschätzen könnte, glaubt der Teamchef nicht. "Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Die Spieler sind fokussiert und konzentriert."

Mit welcher Aufstellung der Sieg gelingen soll, ließ Koller wie gewohnt offen. "Im Großen und Ganzen steht die Mannschaft", meinte der 53-Jährige lediglich, ohne ins Detail zu gehen. Salzburg-Innenverteidiger Martin Hinteregger ist wegen Knieproblemen fraglich, sein Einsatz entscheidet sich wohl erst nach dem Abschlusstraining am Mittwochabend in Chisinau. Inwieweit der mögliche Ersatzmann Sebastian Prödl seine muskulären Probleme überwunden hat, ließ Koller offen.

"Sind auf alles vorbereitet"

Dafür machte der Coach klar, dass er jenen Spielern weiter vertraut, für die es zuletzt bei ihren Clubs nicht nach Wunsch lief. "Beim Nationalteam ist es etwas anderes. Alle freuen sich, dass sie hier sind. Beim Nationalteam können sie Selbstvertrauen aufbauen."

Mehr Sorgen macht Koller schon der Teamchef-Wechsel in Moldawien - dadurch ist nicht ganz klar, mit welcher taktischen Ausrichtung die Osteuropäer agieren werden. "Aber allzu viel kann der neue Trainer in der kurzen Zeit nicht ändern, er wird nicht gleich fünf Junge aufstellen. Wir sind auf jeden Fall auf alles vorbereitet und müssen vor allem darauf schauen, unsere Philosophie durchzuziehen", erklärte Koller.

So wie der Teamchef stieg auch ÖFB-Präsident Leo Windtner voller Zuversicht ins Flugzeug Richtung Moldawien. "Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft alles geben wird, um diese drei Punkte zu holen", sagte der Oberösterreicher. Von einem Pflichtsieg wollte auch Windtner nicht sprechen. "Pflichtsiege gibt es heutzutage nicht mehr. Gerade die nächsten beiden Gegner sind unangenehm, da gibt es kein Garantie", betonte der 64-Jährige.