Erstellt am 09. September 2014, 10:10

ÖFB-Team nimmt das Positive aus 1:1-Remis mit. Der erhoffte "Traumstart" in die EM-Qualifikation ist es nicht gewesen, das 1:1-Heimremis am Montag in Wien gegen Schweden. Dennoch will das österreichische Fußball-Nationalteam das Selbstvertrauen aus einer starken Leistung in die kommenden Aufgaben mitnehmen.

"Wir werden unseren Weg weitergehen", versicherte ÖFB-Torschütze David Alaba. Enden soll er bei der EM 2016 in Frankreich. 100-prozentig zufrieden könne man mit dem Auftakt nicht sein, betonte Alaba. "Aber wir müssen nach vorne schauen, es war erst das erste Spiel. Das Gute ist, dass wir über weite Strecken die bessere Mannschaft waren." Einzig die Chancenverwertung ließ wieder einmal zu wünschen übrig. Alaba: "Das müssen wir noch verbessern. Bei so knappen Spielen muss man die Chancen nützen, die man hat."

Der Bayern-Star traf vom Elfmeterpunkt, ansonsten ließen die Schweden wenig zu. Ihre defensive Spielweise habe auch mit dem gestiegenen Respekt vor dem ÖFB-Team zu tun gehabt, meinte Marko Arnautovic. "Wenn die Schweden sich so hinten reinstellen, dann weiß man, wie spät es ist", sagte der Angreifer. "Es ist nicht Liechtenstein oder so. Das ist Schweden, die gehören zu den Favoriten der Gruppe."

"Kopf nicht hängen lassen"

Dennoch hätte Österreich den Sieg verdient gehabt. "Im Fußball zählen aber die Tore und nicht das schön spielen", hob Arnautovic hervor. Noch sei aber nichts verloren. "Der Start war nicht überragend, aber er war auch nicht schlecht. Wir haben einen Punkt gemacht, deshalb brauchen wir den Kopf nicht hängen lassen. Die nächsten Spiele müssen wir einfach für uns entscheiden."

Im Oktober geht es zuerst auswärts gegen Moldawien (9.), dann zu Hause gegen Montenegro (12.). "Da müssen wir im besten Fall sechs Punkte holen", erklärte Innenverteidiger Aleksandar Dragovic, der Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic mit Nebenmann Martin Hinteregger ganz gut im Griff hatte.

"Es war viel mehr drinnen"

Bei einem Ellbogenschlag gegen Alaba kam Ibrahimovic ungeschoren davon. "Der Schiri hat Angst gehabt", meinte Dragovic. Als Ausrede wollte er das aber nicht verstanden wissen. "Wir haben trotzdem ein gutes Spiel abgeliefert. Wir können stolz sein auf die Leistung." Echte Freude wollte aber keine aufkommen. "Ich ärgere mich, dass wir keine drei Punkte geholt haben", erklärte Kapitän Christian Fuchs. "Es war viel mehr drinnen."

Der neuerlich starke Spielmacher Zlatko Junuzovic vermisste den letzten Nachdruck. "Ein Punkt ist zu wenig vor so einer Kulisse", sagte der Bremen-Legionär. Gegen tief stehende Gegner müsse man zudem aus Standardsituationen mehr herausholen. "Wir können einige Sachen mitnehmen, die es zu verbessern gibt", meinte Junuzovic. "Auf dieser Leistung können wir aufbauen, daher schauen wir positiv nach vorne."

Revanche im Rückspiel

Flügelspieler Martin Harnik etwa, nach seiner Schulteroperation erst drei Wochen voll im Mannschaftstraining, werde in einem Monat bereits weiter sein, versicherte Teamchef Marcel Koller. "Ein richtiger Traumstart war das natürlich nicht", sagte Harnik. "Es war definitiv mehr drin. Schweden hat über weite Strecken ideenlos gespielt." Für ein Auswärtsremis reichte es aber. Im Vorjahr hatten die Skandinavier in Wien noch mit 1:2 verloren.

"Wir wissen, dass Schweden auf Augenhöhe ist", erklärte ÖFB-Stürmer Marc Janko. "Es gibt noch ein Rückspiel, da können wir uns revanchieren." In Stockholm sind die Österreicher am 8. September 2015 zu Gast. "Wir haben noch so viele Spiele vor der Brust, da kann noch so viel passieren", erklärte Janko. "Der Start war ganz okay." Koller wird weiter auf den Sturmtank setzen, der zu Länderspielen aus Australien einfliegt. "Ich wusste, dass er noch nicht zu 100 Prozent fit ist", sagte der Teamchef. "Aber er wird in einem Monat sicher auch weiter sein, als er es jetzt ist."