Erstellt am 25. Januar 2015, 22:08

von APA/Red

Aus für Handball-Team im WM-Achtelfinale. Nur knapp haben es Österreichs Handball-Männer am Sonntag bei der WM in Katar verpasst, Geschichte zu schreiben.

Beim 27:29 (14:13) im Achtelfinale gegen die "Legionärstruppe" der Gastgeber reichte eine knappe Pausenführung nicht, um erstmals in der Nachkriegszeit den Sprung unter die besten acht zu schaffen.

In der mit rund 10.000 Fans für katarische Verhältnisse gut gefüllten 15.300er-Halle von Lusail zeigten Viktor Szilagyi und Co. vor den Augen der Fußballmeistermannschaft Red Bull Salzburgs sowie des Emirs von Katar über weite Strecken die wohl beste Leistung im Turnier, mussten sich im Finish aber doch geschlagen geben. Zu viele liegen gelassene Chancen sollten sich am Ende bitter rächen. Das Turnier ist für die Österreicher damit beendet. Abhängig von den anderen Partien ist maximal Platz 13 möglich.

Zu Beginn waren ein Lattenpendler von Raul Santos beim Konter (4.) sowie ein technischer Fehler im Gegenstoß (5.) Zeichen einer Anfangsnervosität, die sich nach und nach legen sollte. Nach zwei Treffern von Maximilian Hermann en suite sowie einem schönen Tor von Youngster Nikola Bilyk ging Österreich erstmals seit dem 1:0 wieder 5:4 in Führung. Weil Santos in der Folge aber zwei gute Chancen vergeigte, und Szilagyi sowie Fabian Posch von sechs Metern unmittelbar hintereinander an Katars Topgoalie Goran Stojanovic scheiterten (15.), setzten sich die Hausherren wieder auf 8:6 (17.) ab.

Mit Führung in die Pause

Die rot-weiß-rote Defensive agierte variabel und stand zumeist solide, hatte lediglich mit Wurfkanone Zarko Markovic (8 Tore) gröbere Probleme. Romas Kirveliavicius verbaute sich mit einem Stürmerfoul vorerst die Möglichkeit auf den 9:9-Ausgleich. Es folgte eine Zwei-Minutenstrafe für Posch (20.), die man aber sogar mit 1:0 gewann: Goalie Nikola Marinovic zwang Markovic vom Siebenmeterpunkt ebenso zu einem Fehlwurf wie Memisevic vom Flügel, und Santos schrieb mit dem 9:9 erstmals an (24.). Doch der Flügelflitzer von Gummersbach blieb launisch: Erst scheiterte er im Konter neuerlich an Stojanovic, erhielt gleich darauf aber die nächste Chance - und nützte diese zur 11:10-Führung.

Die nächste Bewährungsprobe kam kurz vor der Halbzeit, als Österreich nach Zeitstrafen für Kirveliavicius und Weber fast zwei Minuten mit nur vier Feldspielern agieren musste. Und dank eines Treffers von Lucas Mayer überstand man diese sogar mit dem Score von 1:1. Posch sorgte kurz vor Abpfiff sogar für die 14:13-Pausenführung.

Voreintscheidung drei Minuten vor Schluss

Weber und Maximilian Hermann legten bei Wiederbeginn zwar nach, dann aber folgten sechseinhalb Minuten ohne ÖHB-Tor und die 18:16-Führung für Katar (39.). Erst Weber verkürzte per Siebener auf 17:18 (40.), wenig später auf 18:19 (42.). In der 47. Minute hatte Rot-Weiß-Rot wieder ausgeglichen (21:21), es blieb aber eine Nervenschlacht. Santos scheiterte im Konter (48.), in Unterzahl kassierte man das 22:23 (50.). Bilyk scheiterte im Konter wie Santos kurz davor an dem eingewechselten Schlussmann Danijel Saric (51.), auf der anderen Seite hielt der kurz nach der Pause gekommene Thomas Bauer Rot-Weiß-Rot mit mehreren Paraden im Spiel.

Bauer glänzte in der Schlussphase mit einem gehaltenden Siebener (55.), Bilyk nutzte den folgenden Angriff zum 24:24-Ausgleich (56.). Als Österreich in Unterzahl das 24:26 hinnehmen musste (57.), war die Vorentscheidung gefallen. Nicht zuletzt Goalie Saric wurde zum Sargnagel der ÖHB-Truppe, die sich im Finish von den Unparteiischen auch ungerecht behandelt fühlte.

Viertelfinal-Einzug für Titelverteidiger

Neben Gastgeber Katar sind am Sonntag auch Titelverteidiger Spanien, Kroatien und Slowenien ins Viertelfinale der Handball-WM eingezogen. Die Spanier besiegten Tunesien in ihrem bisher besten Turnierauftritt mit 28:20 (18:9). Der WM-Dritte Kroatien dagegen hatte gegen Brasilien einige Mühe, ehe er die Südamerikaner mit 26:25 (13:15) in die Knie zwang.

Ausgeschieden ist auch Österreichs abschließender Gruppengegner Mazedonien. Die Mazedonier mussten sich Slowenien mit 28:30 (15:16) geschlagen geben. Bester Werfer war der Slowene Dragan Gajic, der mit insgesamt 52 Toren auch die WM-Schützenliste anführt.