Erstellt am 08. Juni 2014, 12:42

von APA/Red

ÖHB-Männer nach Sieg gegen Norwegen optimistisch. Es ist ein dankbar knapper Zwei-Tore-Polster, mit dem Österreichs Handball-Männer in Norwegen ins Rückspiel des WM-Qualifikations-Play-offs gehen.

Dennoch überwog am Samstagabend in der Wiener Albert-Schultz-Halle nach dem 28:26-Heimerfolg die Freude. "Wir fahren mit einem absolut guten Gefühl nach Norwegen. Die müssen uns auch erst einmal schlagen", sagte Kapitän Viktor Szilagyi. 

Ähnlich klangen die Worte von Goalie Nikola Marinovic. "Hauptsache wir haben gewonnen", erklärte der Schlussmann, der einen schweren Stand hatte, im Finish aber von Thomas Bauer gut vertreten wurde. Er musste freilich zugeben, dass die Partie "ziemlich zerrissen und nicht optimal", gewesen sei. Auch Szilagyi kam nicht umhin, zu konstatieren, dass vor 4.500 Zuschauern in einer erbarmungslos temperierten Halle nicht alles nach Wunsch lief. "Wir hatten einige schlechte Phasen im Spiel", meinte der 35-Jährige, der dafür auch die Hitze verantwortlich machte. "Ab der 40. Minute hat man schon gesehen, dass es mit den Temperaturen zusammenhängt, das haben aber auch die Norweger gespürt." Wichtig sei aber nicht zuletzt der Einsatzwille gewesen. "Das Publikum honoriert es, wenn man kämpft."

Gerade in der ersten Hälfte wurde die Abhängigkeit des Teams von Szilagyi, aber auch von Vitas Ziura sichtbar, war das verletzungsbedingte Fehlen der beiden Rückraumspieler Roland Schlinger und Maximilian Hermann nicht zu übersehen. Beide mussten immer wieder Verantwortung in 1:1-Situationen übernehmen und sorgten vor der Pause für mehr als die Hälfte aller rot-weiß-roten Tore. "Von den Kreisläufern ist halt auch wenig gekommen, und wir haben vielleicht Alex Hermann zu wenig ins Spiel gebracht", befand Szilagyi. "Ich bin aber überzeugt, dass wir noch einige Möglichkeiten haben."

Neo-Österreicher Romas Kirveliavicius, der in der ersten Hälfte nur in der Defensive zum Einsatz kam, ließ wenige Tage nach seiner Einbürgerung zumindest erahnen, dass er für das ÖHB-Team noch sehr wertvoll sein kann. "Er ist ein Spieler mit unglaublichen Qualitäten", meinte Szilagy, sah beim gebürtigen Litauer aber noch viel Luft nach oben. "Das war natürlich sehr kurzfristig für ihn. Ich glaube, Vitas hat ihn ein bisschen besser ins Spiel gebracht als ich. Wir werden da in der nächsten Woche sicher noch sehr viel machen. Er wird dann die richtige Waffe sein."

Ähnlich sah es auch Teamchef Patrekur Johannesson. "Da waren gute Sachen dabei, in der Abwehr ist er schon sehr, sehr stark", meinte der Isländer, war allerdings über die zwei Zwei-Minute-Strafen des Fivers-Akteurs nicht erfreut: "Da müssen wir noch drüber reden." Erfreut zeigte er sich bei allem Verbesserungspotenzial vor allem von der Kampfkraft seiner Truppe. "Das sind zwei gute Mannschaften auf Augenhöhe, ich habe nicht erwartet, dass wir mit zehn Toren gewinnen", erklärte der 41-Jährige. "Wir haben immer an uns geglaubt, auch als wir hinten waren." Er sieht die Chancen weiterhin bei 50:50. "Zwei Tore sind nichts. Wir gehen einfach in die Partie, um zu gewinnen", betonte er.

Die Mannschaft übersiedelte am Sonntag wieder zur Vorbereitung nach Bad Tatzmannsdorf. Am Donnerstag bricht man via Amsterdam nach Bergen auf, wo am Samstag ab 15:00 Uhr das Rückspiel stattfindet. Der Gewinner bucht das Ticket zur Endrunde von 11. bis 27. Jänner 2015 in Katar.