Erstellt am 23. Juni 2016, 13:07

473 Brand-Todesopfer in vergangenen zehn Jahren. In den vergangenen zehn Jahren (2006 bis 2015) sind in Österreich 473 Personen bei Bränden ums Leben gekommen.

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Mit einem Schnitt von 5,6 Toten pro Million Einwohner erreiche Österreich im internationalen Vergleich aber einen "günstigen Wert", informierte am Donnerstag Studienautor Kurt Giselbrecht. Er betonte, dass die ältere Bevölkerung bei Brand-Ereignissen stärker gefährdet sei.

Der Anteil der über 85-jährigen Brandtoten lag bei 15 Prozent, obwohl der Bevölkerungsanteil dieser Personengruppe lediglich rund zwei Prozent ausmacht. Der Altersdurchschnitt der Brandopfer betrug 62 Jahre.

Die meisten Toten infolge von Bränden waren 2008 zu beklagen, nämlich 58. In dieses Jahr fiel auch das Einzelereignis mit den meisten Opfern, nämlich der Brand des Altenwohnheims in Egg (Vorarlberg) mit zwölf verstorbenen Bewohnern. 34 Prozent der Feuer mit Todesfolge ereigneten sich in Wien, 16 Prozent in Niederösterreich und 14 Prozent in der Steiermark. Der Studie zufolge erlagen 71 Prozent der Brandopfer einer Rauchgasvergiftung, 18 Prozent kamen wegen Hautverbrennungen ums Leben.

93 Prozent der Feuer in Wohnhäusern brachen im unmittelbaren Wohnbereich aus, hauptsächlich in Wohn- und Schlafzimmern. In 17 Prozent der Fälle war die Ursache der Flammen das Einschlafen mit einer brennenden Zigarette. Als andere Brandquellen nannte Giselbrecht Feuerstätten und Öfen (13 Prozent), Herde und Kochplatten (elf Prozent) sowie Kerzen und Teelichter (zehn Prozent).

Das Risiko, bei einem Gebäudebrand das Leben zu verlieren, sei statistisch gesehen relativ gering, unterstrich Giselbrecht. Mit einer gewissen Anzahl an Brandtoten pro Jahr müsse aber gerechnet werden, hielt er das Ziel "Null Tote" für unrealistisch. Das sei auch durch eine ständige Verschärfung von Bauvorschriften, Normen und sonstigen Regelwerken nicht zu erreichen. "Gerade der menschliche Faktor, der nicht selten durch gewisse Sorglosigkeiten und Nachlässigkeiten geprägt ist, darf beim Brandgeschehen nicht außer Acht gelassen werden", sagte Giselbrecht.