Erstellt am 09. September 2014, 12:07

Österreich als Land der alten Lehrer. Zwischen 2002 und 2012 ist der Anteil von über 50-jährigen Lehrern im Sekundarbereich in Österreich im OECD-Raum am stärksten gestiegen.

Laut der neuen Studie "Bildung auf einen Blick" gab es im Schnitt ein Plus von vier Prozentpunkten bei den Lehrern der Generation 50 Plus, in Österreich waren es 26. Insgesamt waren 2012 in Österreich 45 Prozent der Sekundarlehrer (u.a. Hauptschule/Neue Mittelschule, AHS, Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen/BMHS) 50 Jahre und älter, im Volksschulbereich waren es 36 Prozent. Zum Vergleich: Im OECD-Schnitt waren bei den Sekundarlehrern 36 Prozent über 50, im Primarbereich 30 Prozent.

Die OECD hält in ihrer Studie auch gleich Empfehlungen bereit, wie die Politik auf die Überalterung der Lehrerschaft und den dadurch drohenden Verlust erfahrener Pädagogen reagieren sollte: Es brauche "deutlich stärkere Anreize für junge Menschen", sich für den Lehrerberuf zu entscheiden, eine Erweiterung der Ausbildungsgänge für Lehrkräfte und erforderlichenfalls alternative Qualifizierungswege für Quereinsteiger.

Höheres Alter führt zu höheren Kosten der Schulbildung

Das hohe Alter einer steigenden Zahl der Pädagogen bringt dabei nicht nur Bedarf an mehr jungen Lehrern, die Abgänge ersetzen sollen, sondern hat auch Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte: So bestehe in den meisten Schulsystemen ein Zusammenhang zwischen den Gehältern der Lehrkräfte und der Anzahl der Berufsjahre. "Ein höherer Anteil älterer Lehrkräfte in der Lehrerschaft erhöht die Kosten der Schulbildung, was zu einer Beschränkung der Mittel führt, die für die Umsetzung anderer Initiativen auf Schulebene zur Verfügung stehen."

Lehrergehälter sind bei der formalen Bildung der größte Einzelposten bei den Kosten, gleichzeitig aber auch mit den Arbeitsbedingungen wichtige Faktoren zur Anwerbung kompetenter Lehrer. Die OECD warnt daher in der Studie vor weiteren Kürzungen der Gehälter, die seit der Finanzkrise 2008 im OECD-Schnitt über alle Bildungsbereiche im Schnitt um fünf Prozent zurückgegangen sind. Österreich war jedoch von den Kürzungen nicht betroffen. Laut OECD "sollte die Politik in ihrem Bemühen, sowohl die Qualität des Unterrichts als auch langfristig tragfähige Bildungshaushalte sicherzustellen, die Auswirkungen von Gehaltsveränderungen bei den Lehrkräften sorgsam abwägen".