Erstellt am 14. Oktober 2015, 14:41

Österreich bei Auslosung definitiv in Topf zwei. Das ÖFB-Team entgeht in der Gruppenphase der Fußball-EM 2016 in Frankreich dem vierfachen Weltmeister Italien, seinem Qualifikations-Gegner Russland, der Schweiz und Kroatien.

 |  NOEN, APA

Die vier genannten Nationen befinden sich bei der Auslosung am 12. Dezember in Paris wie Österreich im zweiten Lostopf. Das gab die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Mittwoch mit ihrem aktualisierten Nationenranking bekannt.

Das sechste Team im zweiten Lostopf steht erst nach dem Play-off um die letzten vier EM-Startplätze (12. bis 17. November) fest. Im ersten Topf befinden sich neben Gastgeber Frankreich und Titelverteidiger Spanien Weltmeister Deutschland, England, Portugal und Belgien.

Die Engländer waren mit zehn Siegen aus zehn Spielen vor Österreich (9-1-0) das punktbeste Team der Qualifikation. Die Belgier werden im November die Führung in der FIFA-Weltrangliste übernehmen.

Während die Österreicher in der Weltrangliste erstmals auf Platz zehn vorstoßen werden, liegen sie im für die Setzliste bei der EM-Auslosung maßgeblichen Nationalmannschaftsranking der UEFA auf Position elf. Letzteres errechnet sich aus Ergebnissen der EM 2012 und der WM 2014 samt den jeweiligen Qualifikationen (20 bzw. 40 Prozent) sowie der abgelaufenen EM-Qualifikation (40 Prozent).

Seit der Auslosung der zu Ende gehenden EM-Qualifikation machte die ÖFB-Auswahl in der UEFA-Wertung nicht weniger als 15 Plätze gut - mehr als jedes andere Team. Auf den ersten Lostopf bestand dennoch keine Chance.

Italien, bei der EM 2012 noch im Finale, verpasste die Setzung in Topf eins, weil Frankreich als Gastgeber fix den Kopf der Gruppe A bildet. Dazu erspart sich Österreich zumindest in der EM-Gruppenphase ein neuerliches Duell mit Quali-Gegner Russland. Gegen die Schweiz bestreitet das Team von Marcel Koller am 17. November in Wien das nächste Test-Länderspiel. Kroatien war bei der Heim-EM 2008 Gruppengegner der Österreicher.

Sollte sich im Play-off kein Team mit einem besseren Koeffizienten durchsetzen, würde es auch Tschechien mit Österreich in den zweiten Lostopf schaffen. Bei der Auslosung für das Rennen um die vier letzten EM-Tickets am Sonntag (18. Oktober) sind Bosnien-Herzegowina, die Ukraine, Schweden und Ungarn gegenüber Dänemark, Irland, Norwegen und Slowenien gesetzt.

Die 24 EM-Starter werden in Paris in sechs Vierergruppen gelost. Die jeweils zwei Gruppenbesten sowie die vier besten Gruppendritten steigen ins Achtelfinale auf.

Italien hat indessen verärgert auf die Einstufung in Lostopf zwei reagiert. Dem EM-Finalisten von 2012 drohen damit wie Österreich bereits in der Gruppenphase Duelle mit Weltmeister Deutschland oder Titelverteidiger Spanien. "Wir haben in der Qualifikation 24 Punkte geholt, und es ist schwierig zu erklären, warum wir nicht zu den Gruppenköpfen gehören", beschwerte sich Teamchef Antonio Conte.

Ein 2:1-Sieg am Dienstag gegen Norwegen reichte nicht zu einer Verbesserung der Ausgangsposition, weil Belgien sein abschließendes Quali-Spiel gegen Israel ebenfalls gewann (3:1). "Manche Dinge sind wirklich schwer zu verstehen", sagte Conte. "In den letzten 13 Spielen haben wir achtmal gewonnen, viermal Remis gespielt und nur einmal verloren, in einem Freundschaftsspiel gegen Portugal."

Die Italiener sind vierfacher Weltmeister. Bei der jüngsten WM 2014 in Brasilien war zwar bereits in der Gruppenphase Endstation, in der anschließenden EM-Qualifikation blieben die "Azzurri" aber als eines von nur vier Teams - daneben auch England, Österreich und Rumänien - ungeschlagen. Italiens Verbandspräsident Carlo Tavecchio hat bereits angekündigt, bei der UEFA eine Änderung der Regularien zur Setzung bei Auslosungen anzuregen.