Erstellt am 28. November 2014, 10:16

von APA Red

Österreich droht Rezession. Österreich könnte in die Rezession schlittern - nämlich wenn die heimische Wirtschaft wie im 3. Quartal auch ein weiteres Vierteljahr schrumpft.

"Ja, es gibt die Möglichkeit einer technischen Rezession", sagte Wifo-Experte Marcus Scheiblecker am Freitag zur APA. Von Juli bis September schrumpfte das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, Ende Oktober war noch eine Null erwartet worden.

"Die Konjunktur ist schwach und schwächt sich weiter ab", wenn man Sondereffekte, die auch gegenläufig sein könnten, außer Acht lasse, so Scheiblecker. Inklusive Sondereffekte, die aber keine konsistente Zeitreihe ergeben würden, sei das BIP im 3. Quartal sogar um 0,3 Prozent abgerutscht; auch diese Größe habe man wie üblich Eurostat weitergemeldet, sie sei aber wenig aussagekräftig.

Im Gesamtjahr 2014 könnte sich doch noch ein reales BIP-Plus von etwa einem halben Prozent ausgehen, meinte Scheiblecker. Die neue Wifo-Prognose kommt in drei Wochen, zuletzt - Mitte September - ist man für heuer noch von +0,8 Prozent ausgegangen und für kommendes Jahr von +1,2 Prozent. OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny sagte zuletzt, dass die heimischen Notenbank kommenden Freitag ihre Wachstumsprognose für 2015 auf nur etwas mehr als ein Prozent senken wird.

Im Gesamtjahreswert seien dann, anders als in den Quartalszahlen, auf die im Inland abgestellt wird, schon auch die Sondereffekte mit enthalten. Diese könnten das BIP 2014 begünstigen, etwa wenn sich herausstelle, dass am Bau wetterbedingt saisonal länger gearbeitet werden konnte. "Konjunkturell allein würde sich das halbe Prozent Wachstum aber nicht ausgehen", so Scheiblecker.

Belastet wurde die BIP-Entwicklung im 3. Quartal dem Wifo-Experten zufolge durch die Schwäche sowohl bei Investitionen als auch im Außenhandel, während der Konsum sein träges Wachstum fortgesetzt habe. Dass das BIP real gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent geschrumpft sei, belege die weitere Verlangsamung der Konjunktur in Österreich.

Auch im Jahresabstand ist das BIP nach neuer Berechnung um 0,1 Prozent gesunken. In der Schnellschätzung von Ende Oktober war das Wifo noch von einem Zuwachs von 0,2 Prozent ausgegangen.