Erstellt am 19. April 2014, 17:00

Österreich nimmt 1.000 Syrer zusätzlich auf. Nach Kritik von allen Seiten will Österreich nun doch mehr Syrien-Flüchtlinge ins Land lassen:

Man werde - unabhängig von den laufenden Aufnahmen syrischer Asylwerber und zusätzlich zu den bereits zugesagten 500 Flüchtlingen - weitere 1.000 Flüchtlinge aus dem Krisengebiet aufnehmen, kündigt Innenministerin Mikl-Leitner an.

Vor allem Frauen und Kinder sollten es sein, ebenso werde erneut "besondere Rücksicht auf verfolgte Christen genommen", wird die Innenministerin " zitiert, die den Sinneswandel damit begründet, dass die Lage in Syrien immer dramatischer werde. Wann die nächsten Flüchtlinge nach Österreich kommen werden - bisher ist noch nicht einmal das Kontingent der ersten 500 ausgeschöpft -, das liegt laut Mikl-Leitner "in der Hand des (UNO-Flüchtlingshochkommissariat. Ich hoffe, so rasch wie möglich." Finanziert werde die Hilfsaktion über Förderprogramme der EU.

Im Innenministerium betont man, "dass es bei diesem Kontingent darum geht, Menschen aus akuter Not und Gefahr aus dem Krisengebiet in Sicherheit zu bringen." Es gehe nicht darum, syrischen Flüchtlingen, die bereits in einem anderen europäischen Staat Schutz gefunden haben, einen Ortswechsel nach Österreich zu ermöglichen.

Caritas-Präsident Landau und Kardinal Schönborn zeigten sich höchst erfreut. "Ich halte das für einen guten und wichtigen Schritt im Sinne der humanitären Tradition Österreichs", sagte Landau der APA. Die Situation der syrischen Flüchtlinge in der Region rund ums Bürgerkriegsland sei "nach wie vor dramatisch". Über neun Millionen Menschen seien aufgrund des Bürgerkriegs in Syrien auf der Flucht. Rund 2,5 Millionen davon befänden sich in den Nachbarländern Syriens. Über 6,5 Millionen Menschen seien im Land selbst auf der Flucht, die Hälfte davon Kinder, sagte Landau. "Viele der Flüchtlinge sind traumatisiert und werden Hilfe brauchen."

Schönborn dankte laut Kathpress der Bundesregierung. Er sei froh über die Solidarität mit den syrischen Flüchtlingen, "die wirklich große, ja unvorstellbare Not leiden".