Erstellt am 09. September 2015, 12:09

Österreich soll 3.640 Flüchtlinge aus EU-Quote aufnehmen. Die EU-Kommission hat am Mittwoch offiziell den Schlüssel für die Verteilung von weiteren 120.000 über Griechenland, Ungarn und Italien in die EU eingereisten Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und Eritrea vorgelegt. Österreich müsste demnach 3.640 Menschen aufnehmen, den Löwenanteil schultern Deutschland mit 31.443 und Frankreich mit 24.031 Menschen.

 |  NOEN, APA (Punz)

Österreich müsste demnach 3.640 Menschen aufnehmen, den Löwenanteil schultern Deutschland mit 31.443 und Frankreich mit 24.031 Menschen. Die von der Kommission vorgeschlagenen, verpflichtenden Quoten müssen von den EU-Mitgliedsstaaten noch mit qualifizierter Mehrheit angenommen werden und würden zu jenen 40.000 Flüchtlingen hinzukommen, deren Verteilung die EU-Kommission bereits im Mai vorgeschlagen hat.

Aus diesem ersten Kontingent hätte Österreich 1.213 Menschen von Italien und Griechenland übernehmen sollen, dies jedoch wie auch andere, vorwiegend osteuropäische, Länder verweigert. Weshalb bereits die Verteilung der ersten 40.000 Menschen nicht gelang.

Das neue Kontingent von 120.000 Menschen setzt sich aus 15.600 Flüchtlingen aus Italien, 50.400 aus Griechenland und 54.000 aus Ungarn zusammen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die EU-Staaten am Mittwoch bei seiner Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg eindringlich aufgefordert, der Verteilung zuzustimmen.

Von Mitternacht bis Mittwoch in der Früh passierten nach einem relativ ruhigen Dienstag 880 Flüchtlinge die österreichische-ungarische Grenze bei Hegyeshalom. Sie wurden mit Sonder- und Regionalzügen nach Wien gebracht, wie die Landespolizeidirektion Burgenland auf Anfrage mitteilte.

Am Dienstag wurden insgesamt nur 156 aus Ungarn kommende Flüchtlinge von den österreichischen Behörden registriert. Von Montagfrüh bis Dienstagfrüh reisten rund 7.000 Migranten durch Wien. So gut wie alle sind laut Polizeiangaben weitergereist.

Seit Beginn der Schwerpunktaktion gegen Schlepper, die nach dem Flüchtlingsdrama auf der Ostautobahn (A4) mit 71 Toten gestartet wurde, konnte die Polizei auf den Straßen unterdessen 30 Schlepper fassen. Auch in Zügen soll wieder gezielt nach Schleppern gesucht werden - "nach Maßgabe der personellen Kapazitäten".