Erstellt am 03. Juni 2014, 11:15

Österreich steht im Finale. Das Traumfinale ist perfekt: Österreich folgt Deutschland ins Endspiel der Football-EM 2014.

 |  NOEN, APA

Die österreichische Football-Nationalmannschaft hat den Titel bei der Heim-Europameisterschaft knapp verpasst. Das AFBÖ-Team unterlag am Samstag in einem spannenden Finale im Ernst-Happel-Stadion Deutschland mit 27:30 (17:17, 9:14) nach Verlängerung. Europameisterlich war die Kulisse: Rund 27.000 Zuschauer sorgten für einen Rahmen, der in Europa selten zuvor bei einem Footballspiel zu sehen war.

x  |  NOEN, Herbert Kratky (Herbert Kratky)

Es hat am Ende knapp nicht gereicht, und wieder stand Deutschland im Weg. Am Finaltag wartete ein Gegner, der noch eine Stufe über Dänemark und Frankreich zu stellen war, die Österreich in der EM-Gruppenphase in Graz relativ klar bezwungen hatte. Schon in der Anfangsphase wurde deutlich, dass sich die Gäste von dem mitunter ohrenbetäubenden Lärm im Happel-Oval nicht so leicht aus dem Konzept bringen lassen würden - Österreich zeigte hingegen Nerven.

Nach 0:14-Rückstand Kampfgeist bewiesen

Zum Ende des ersten Viertel erwischte die Mannschaft von Coach Jakob Dieplinger zwei wahre Horrorminuten, die dem Titelverteidiger eine 14:0-Führung ermöglichten. Zunächst brachte ein missglückter Drive Deutschland in eine günstige Ausgangsposition, Quarterback Marco Ehrenfried nützte das mit einem Touchdown-Pass auf Niklas Römer aus (10.). In der 11. Minute trug Maximilian Wild den Ball nach einem Fumble von AFBÖ-Receiver Thomas Haider in die Endzone.

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Im Gegensatz zu den Partien gegen Dänemark und Frankreich, die vor allem über das Laufspiel gewonnen wurden, forcierte Quarterback Christoph Gross diesmal das Spiel mit tiefen Pässen - was anfangs jedoch nicht so gut klappte. Durch ein Field Goal von Christopher Kappel zum 3:14 gelangen aber im zweiten Abschnitt immerhin die ersten Punkte (22.). Ein Ballgewinn von Cornerback Andreas Lunzer durch einen abgefangenen Pass brachte die AFBÖ-Auswahl kurz vor Ende des Viertels dann in eine gute Feldposition. Gross fand Laurinho Walch mit einem 19-Yards-Pass in der Endzone - weil der Kick zum Extrapunkt sein Ziel verfehlte, ging es mit 9:14 aus der Sicht von Österreich in die Kabinen.

Starkes drittes Viertel

Im dritten Viertel hatte die Heimmannschaft ihre Nervosität komplett abgelegt und arbeitete sich Stück für Stück nach vorne, während die Defense die deutschen Angriffe mit einer weiteren Interception bremste. In Minute 36 trug Runningback Andreas Hofbauer den Ball bis an die 2-Yard-Linie, Philipp Margreiter wuchtete sich mitsamt dem Spielgerät zum 15:14 über die Linie. Die anschließende Two-Point-Conversion besorgte Quarterback Gross selbst - 17:14 für Österreich zehn Minuten vor Spielende (38.). Deutschland steckte aber nicht auf und glich durch ein Field Goal aus (44.).

In den letzten drei Minuten mussten die Zuschauer bei einem weiteren gefährlichen Angriffsversuch der Deutschen zittern. Zwei Raumstrafen und eine gute Deckungsarbeit verhinderten jedoch Schlimmeres. Nach dem deutschen Punt startete Österreich den letzten Drive an der eigenen 6-Yard-Linie, erlaubte sich aber keinen Fehler mehr und spielte die Uhr bis zur Verlängerung herunter.

Umstrittene Entscheidungen der Referees

Dort begann Deutschland mit dem Angriff und schrieb durch Römer an, auch der Extrapunkt war gut. Österreich war daraufhin unter Zugzwang, schaffte aber durch einen Pass von Christian Steffani auf Gross und einen Kappel-Kick via der linken Stange den Ausgleich zum 24:24. Im folgenden Drive entschloss sich die Dieplinger-Truppe zu einem Field Goal, das Kappel zum 27:24 verwertete. Die Deutschen rückten anschließend aber bis an die 1-Yard-Linie vor, wo letztlich Niklas Römer mit seinem dritten Touchdown die Partie entschied. Den letzten deutschen Versuchen vorausgegangen war eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens gegen Österreich, die im Stadion noch für heftige Diskussionen sorgte.

Für den heimischen Verband bedeutet die EM-Silberne dennoch den bisherigen Höhepunkt einer sukzessiven Erfolgsgeschichte, die 2006 ihren Anfang nahm, als man das Nationalteam nach fünfjähriger Pause wiederbelebte. Zudem hat die Heim-EM dem Football zahlreiche neue Fans beschert, besonders das Finale war Werbung für den Sport. Die Zuschauerzahl von 27.000 Zuschauer markierte die bisher größte Kulisse für ein Football-Spiel in Österreich.

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9.500 Zuschauern in der Grazer UPC Arena feierten zusammen mit dem österreichischen Footballnationalteam ein rauschendes Footballfest im Semifinale. Team Austria schlägt Frankreich im Spiel um den Finaleinzug klar mit 28:9.

Fulminante Auftaktphase

Österreich legte einen Blitzstart hin und kam mit den ersten beiden Ballbesitzen über Runningback Andreas Hofbauer zu zwei Touchdowns und einer frühen 14:0-Führung. Der dann einsetzende Starkregen machte den Boden tief und das Spiel langsamer. Die Verteidigungsreihen domierten das restliche erste Viertel.

Im zweiten Viertel ließ der Regen nach, das Spiel wurde aber weiterhin von den beiden Verteidigungsreihen dominiert. Kurz vor Halbzeit schrieb Frankreich erstmals an - Boris Bebe verwertete ein Fieldgoal aus 42 Yards zum 3:14 Halbzeitstand.

Auch Defense bot Top-Leistung

Nach Wiederbeginn bekam Frankreich zuerst den Ball, ein Fieldgoalversuch von Bebe ging am Ende des Drives aber nur an die Stange. Besser lief es für Österreich. Aus 55 Yards traf Quarterback Christoph Gross Receiver Laurinho Walch zum 21:3 und noch bevor zum letzten Mal die Seiten gewechselt wurden, fing Manuel Thaller einen abgefälschten Ball in die Endzone zum 3:28.

Frankreich setzte dann bereits alles auf eine Karte, spielte einen vierten Versuch aus, aber Österreichs Defense erwies sich als zu stark für den französischen Angriff.

58 Sekunden vor Ende des Spiels konnte Frankreich seinen einzigen Touchdown im Spiel (Franck Bozec) zu Endstand von 9:28.

Im Finale wartet Deutschland 

Deutschland ist bereits am Dienstag in St. Pölten aus Gruppe A mit einem 52:40-Sieg gegen Schweden in das Finale eingezogen. Die Deutschen hatten zum EM-Start Finnland 47:7 besiegt. Die Finnen spielen am Samstag (14.00 Uhr) aufgrund eines 16:13-Erfolgs am Sonntag gegen die Schweden um Bronze, den noch sieglosen Schweden bliebt nur das für Freitag angesetzte Match um Rang fünf.