Erstellt am 13. Juni 2015, 12:33

Österreich will über Hackerangriff-Ermittlungen informieren. Das österreichische Außenministerium hat am Samstag betont, alle Parteien der laufenden Iran-Atomgespräche über die Ermittlungsergebnisse bezüglich Hackerangriffen informieren zu wollen. Den Erhalt eines Briefes aus Teheran, in dem der Iran dies fordert, wollte Außenamtssprecher Martin Weiss gegenüber der APA nicht bestätigen. "Wir kommentieren prinzipiell keine einzelnen Dokumente", so Weiss.

 |  NOEN, APA (Archiv/dpa)

"Diese Hackerangriffe werden von den zuständigen Behörden untersucht, und wir werden alle Verhandlungspartner über die Ergebnisse informieren", betonte Weiss jedoch. Noch unklar sei, ob weitere Gespräche zur Beilegung des jahrelangen Streits über das iranische Atomprogramm in Wien stattfinden werden.

Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur FARS hatte zuvor berichtet, dass Teheran seine "ernste Besorgnis"über die Cyberangriffe auf die laufenden Atomgespräche zum Ausdruck gebracht habe. Der Iran habe die Regierungen Österreichs und der Schweiz aufgefordert, über die Ergebnisse der Ermittlungen in dieser Angelegenheit zu informieren. Laut IT-Sicherheitsfirma Kaspersky wurden drei Luxushotels in den beiden Ländern Ziel der Cyberattacke.

Seit Monaten verhandeln der Iran und die Gruppe der fünf UNO-Vetomächte und Deutschland in Wien, Genf und Lausanne über ein endgültiges Abkommen über das iranische Atomprogramm. Laut einer Anfang April präsentierten Rahmenvereinbarung will sich Teheran verpflichten, sein Atomprogramm einzuschränken. Dafür sollen die in dem Streit verhängten internationalen Sanktionen schrittweise aufgehoben werden. Die Verhandlungen sollen bis zum 30. Juni abgeschlossen sein.

Die iranische Exil-Opposition in Paris warnt in ihrer bisher größten Veranstaltung eindringlich davor, dem iranischen Regime zu vertrauen. Mehr als 100.000 Personen und 330 iranische Vereinigungen aus 24 Ländern sollen laut Organisatoren am Samstag an der Kundgebung gegen das Mullah-Regime teilnehmen. Mehrere Dutzend amtierende und ehemalige Spitzenpolitiker aus Europa und den USA stünden auf der Rednerliste und unterstützten die iranische Opposition. Aus Österreich sei jedoch kein Redebeitrag vorgesehen. Auch 15 Nobelpreisträger hätten ihre Unterstützung erklärt.