Erstellt am 09. Januar 2016, 06:31

von APA/Red

Österreicher bei Angriff in Hurghada verletzt. Bei einem Angriff auf ein Hotel in dem ägyptischen Badeort Hurghada sind am Freitag zwei Österreicher verletzt worden.

 |  NOEN, APA

Die ägyptischen Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben einen Anschlag vereitelt. Ein bewaffneter Angreifer sei getötet, ein weiterer schwer verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Drei Touristen - zwei Österreicher und ein Schwede - wurden nach Angaben der ägyptischen Behörden mit Messern verletzt. Bei den Österreichern handelt es sich laut Außenministerium in Wien um ein Ehepaar. Die Frau steht unter Schock, sie hat eine Schnittwunde am Rücken erlitten, teilte Außenamtssprecher Thomas Schnöll gegenüber der APA am späten Freitagabend mit. Ihr ebenfalls leicht verletzter Mann ist bereits wieder aus ärztlicher Behandlung entlassen worden. Das habe eine Mitarbeiterin der österreichischen Botschaft in Kairo in einem Telefonat mit der Frau erfahren. Die Tochter des Ehepaares war laut ägyptischem Fernsehen bei dem Vorfall dabei, blieb aber unverletzt.

Am Samstag werde ein Team der Botschaft nach Hurghada reisen, um sich dort sowohl um die beiden Verletzten als auch um etwaige andere österreichische Touristen zu kümmern, so etwa bei der Ausreise, sagte Schnöll weiter. "Ein Team der österreichischen Botschaft Kairo betreut alle österreichischen Urlauber", erklärte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) via Twitter.

Die mit Messern bewaffneten Angreifer hätten versucht, vom Restaurant aus in das Hotel Bella Vista vorzudringen, erklärte das ägyptische Innenministerium. Die verletzten Touristen seien mit Messern verwundet worden, sie seien aber in einem "stabilen Zustand", teilte das Gesundheitsministerium mit. Die drei Hotelgäste hätten nur "leichte Verletzungen" davongetragen.

Schusswaffe, Messer und Sprengstoffgürtel

Aus Sicherheitskreisen und im staatlichen Fernsehen hieß es, die Angreifer waren mit einer Schusswaffe, einem Messer und einem Sprengstoffgürtel bewaffnet. Die Sicherheitskräfte hätten die Attacke abgewehrt. Nach Angaben aus dem Hotel sollen die Angreifer eine Fahne der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) getragen haben.

Bei dem getöteten Angreifer handelt es sich nach Angaben des ägyptischen Innenministeriums um einen 21-jährigen Studenten. Der zweite Bewaffnete sei schwer verwundet worden. In ägyptischen Medien kursiert ein "grausiges" Video, das zeige, wie die Polizei unsanft versuche, seinen Namen zu erfahren, berichtete ein Korrespondent des ORF. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Polizei habe das Hotel evakuiert. Sprengstoffexperten durchsuchten demnach das Gebäude.

Hurghada ist in den Wintermonaten ein beliebtes Reiseziel, besonders von Tauchern. Die Tourismus-Industrie ist eine der wichtigsten Einnahmequellen Ägyptens. Die Reisebuchungen gingen allerdings spürbar zurück, seit am 31. Oktober eine russische Passagiermaschine abstürzte, die vom ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh gestartet war. Bei dem Absturz kamen alle 224 Insassen ums Leben. Der IS bekannte sich dazu, den Absturz verursacht zu haben.

IS: Anschlagsversuch auch in Kairo

Der IS bekannte sich am Freitag auch zu einem Anschlagsversuch in Kairo. Der Angriff vom Donnerstag galt einem Bus, der vor einem Hotel in Kairo stand. Der Bus sei für eine Gruppe von 40 arabischen Israelis bereit gestanden, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte, der nicht namentlich genannt werden wollte. Jugendliche hatten Feuerwerkskörper geworfen, einer von ihnen schoss mit Schrot auf Polizisten. Verletzt wurde niemand.

Das Außenministerium in Wien hat für Ägypten eine partielle Reisewarnung ausgesprochen. Diese gilt für den Nordsinai und die Saharagebiete, an den Grenzen zu Libyen und zum Sudan. Das Außenamt verweist darauf, dass "im ganzen Land ein erhöhtes Risiko von Terroranschlägen besteht, auch an Touristenzielen." Für dringende Anfragen, vor allem im Zusammenhang mit einem Reiseantritt, hat das Ministerium die Telefonnummer: 0501150 4411 angegeben. Ägypten-Reisenden wird eine Reiseregistrierung ausdrücklich empfohlen.