Erstellt am 25. Juni 2014, 12:32

Österreicher für Ganztagsschule und Sozialarbeit. Die Österreicher sprechen sich laut einer im Auftrag der Volkshilfe erstellten Umfrage für eine verschränkte Ganztagsschule, die Einführung flächendeckender Sozialarbeit sowie mehr Geld für Brennpunktschulen aus.

Auch für die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen gab es in der am Mittwoch präsentierten Studie eine knappe Mehrheit. Für die von SORA durchgeführte Studie wurden 1.038 Personen über 15 Jahren im April in Face-To-Face-Interviews befragt. Für die Einführung flächendeckender Ganztagsschulen votierten dabei 55 Prozent, 35 Prozent sprachen sich dagegen aus (Rest weiß nicht bzw. keine Angaben). Flächendeckende Schulsozialarbeit befürworteten 72 Prozent, 17 Prozent waren dagegen. Eine bessere Ausstattung von Schulen in benachteiligten Gebieten durch mehr Ressourcen wünschen sich 84 Prozent der Befragten (neun Prozent dagegen).

Nach wir vor polarisierend wirkt dagegen nach wie vor die Gesamtschule, so Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger bei einer Pressekonferenz: Eine knappe Mehrheit von 49 Prozent spricht sich dafür aus, 39 Prozent waren dagegen. Weiteres Ergebnis: Immerhin 40 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass in Österreich nicht alle Menschen unabhängig von Herkunft oder Einkommen der Eltern die gleichen Chancen auf einen guten Schulabschluss haben.

Die Volkshilfe setzt dementsprechend unter anderem auf eine bessere Ausstattung von Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in sozial benachteiligten Gebieten, die Verhinderung einer frühen Selektion durch eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, ein flächendeckendes Ganztagsschulangebot und eine Reform der Lehrerausbildung mit stärkerer Orientierung des Unterrichts auf die Stärken der Schüler anstelle ihrer Defizite.

Ausgebaut werden müsse auch die Schulsozialarbeit: Derzeit gebe es dieses Angebot an etwa fünf Prozent der 6.000 Schulen des Regelschulwesens, also an ca. 300 Schulen, so der Geschäftsführer der Volkshilfe Burgenland, Thomas Eminger. An diesen Standorten seien etwa 140 Sozialarbeiter tätig, die meisten davon Teilzeit. Das Betreuungsverhältnis liegt dabei in einer Bandbreite von 1:320 bis 1: 4.000 - als Mindestkriterium sollte aber eine Grenze von 1:500 - also ein Vollzeit-Schulsozialarbeiter pro 500 Schülern - nicht überschritten werden. Als Ziel schwebt Eminger vor, dass in zwei Jahren zehn Prozent der Schulstandorte mit Sozialarbeitern versorgt sind.