Erstellt am 17. Dezember 2014, 13:23

Österreicher kaufen Feuerwerke für zehn Mio. Euro. Die Menschen in Österreich verpulvern zu Silvester mehr als zehn Millionen Euro. So viel Umsatz machen zumindest die rund 10.000 heimischen Verkaufsstellen für Feuerwerkskörper, wie die Wirtschaftskammer am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte.

Der Umsatz ist nach Angaben von Robert Siegert, Branchensprecher des Pyrotechnikhandels, seit Jahren relativ konstant. Das Geschäft rund um den Jahreswechsel macht rund 80 Prozent des Jahresumsatzes aus. Am beliebtesten sind mit einem Marktanteil von rund 55 Prozent nach wie vor Raketen. Immer stärker nachgefragt werden sogenannte Verbundfeuerwerke, bei denen sich ein Effekt an den nächsten reiht. Sie haben mittlerweile einen Marktanteil von ungefähr 30 Prozent erreicht.

Altbestände erfüllen EU-Qualitätsnormen nicht

Schätzungsweise mehr als die Hälfte der vom Handel angebotenen Pyrotechnika ist laut Siegert importiert, wobei nach Angaben des Branchensprechers ein großer Teil durch den zentralen Einkauf von Handelsketten aus Deutschland kommt. "Vor 20 Jahren waren es noch 80 Prozent", sagte Siegert. Einfuhren aus Südost-Asien seien in den vergangenen Jahren zurückgegangen, nicht zuletzt durch die Einführung der CE-Kennzeichnung von Pyrotechnika, die EU-Qualitätsnormen erfüllen.

Allerdings sind noch pyrotechnische Altbestände ohne diese Kennzeichnung verfügbar. Dabei handelt es sich nach Angaben Siegerts um Raketen der früheren Klasse 2 (jetzt: Kategorie F2), die vor 2010 produziert wurden und in Österreich noch bis 2017 verkauft werden dürfen.

Warnung vor Selbstimporten

"Der heimische Groß- und Fachhandel legt großen Wert darauf, dass Pyrotechnikartikel, die etwa aus dem asiatischen Raum importiert werden, auch unter entsprechend guten Arbeits- und Umweltbedingungen gefertigt werden", betonte die Wirtschaftskammer in der Aussendung. Sie warnte zugleich vor Selbstimporten aus dem benachbarten Ausland und Einkäufen im Internet entsprechen, die in vielen Fällen nicht den österreichischen Sicherheitsvorschriften entsprächen.

In Wien hat die Polizei erst am Wochenende einen Schwarzhändler erwischt, der Pyrotechnika illegal aus Tschechien importiert und aus seinem Auto heraus verkauft hatte. Darunter befanden sich sogenannte Superböller, die bei unsachgemäßer Handhabung zu schweren Verletzungen führen können.

Verkaufsstellen werden überprüft

Das Innenministerium hatte Ende November gewarnt, dass eine "hohe fünfstellige Stückzahl" an hochgradig gefährlichen und unzulässigen pyrotechnischen Knallkörpern in Österreich in den Umlauf gelangt ist, nicht nur am Schwarzmarkt, sondern auch im regulären Handel. Die Sicherheitsbehörden führen bei den Verkaufsstellen nach wie vor Überprüfungen durch. Ergebnisse liegen nach Angaben des Ministeriums noch nicht vor.

Im November waren in der Südoststeiermark ein 57-Jähriger und sein Sohn bei der illegalen Produktion von Böllern in großem Stil ums Leben gekommen. Der Entschärfungsdienst hat in diesem Jahr rund 3,5 Tonnen pyrotechnische Artikel vernichtet, die im vergangenen Jahr sichergestellt worden waren. Der Großteil stammte aus Selbstimporten von Privatpersonen. Jedes Jahr werden zwischen drei und fünf Tonnen illegaler Artikel sichergestellt.