Erstellt am 12. Juni 2015, 10:26

von APA Red

Österreichische Schüler leben gesünder. Kinder und Jugendliche in Österreich haben 2014 weniger geraucht, seltener Alkohol konsumiert und mehr Obst gegessen.

 |  NOEN, APA (Archiv/epa)

Zu diesem Schluss kommt die alle vier Jahre durchgeführte HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Aufschluss über die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Schülern zwischen elf und 17 Jahren geben soll.

Erfreulich: Kinder achten vermehrt auf ihre Ernährung

An der Studie nehmen mittlerweile 44 Länder teil. In Österreich ist die Tendenz positiv. Der psychische Druck ist allerdings gestiegen. "Wir sind sehr froh, dass sich vieles verbessert hat, Weniges hat sich verschlechtert", lautete das Fazit von Rosemarie Felder-Puig, Studienleiterin des Ludwig Boltzmann Institutes "Health Promotion Research", das die Durchführung der Studie in Österreich innehatte.

Vor allem hinsichtlich des Nikotinkonsums konnten hierzulande Fortschritte verzeichnet werden, denn 2014 haben nur mehr 15 Prozent der Befragten angegeben, täglich oder gelegentlich zu rauchen. "Das sind zwar noch immer zu viele, aber seit 1998 hat sich die Zahl halbiert", betonte Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien.

Erfreulich sei auch, dass die Kinder vermehrt auf ihre Ernährung achten und vor allem die Mädchen zunehmend täglich Obst und Gemüse essen. Die befragten Buben tendieren dafür eher dazu, sich zu bewegen und Sport zu betreiben.

Bei psychischen Belastungen besteht Nachholbedarf

Für Unterschiede in den Zahlen ist jedoch nicht nur das Geschlecht, sondern auch die soziale Herkunft verantwortlich. Sie beeinflusst laut den aktuellen Erkenntnissen sowohl das Gesundheitsverhalten wie auch das Wissen zum Thema. Besonders interessant: Kinder mit Migrationshintergrund zeigten ein besseres Gesundheitsverhalten als jene mit österreichischen Wurzeln.

Zwei Mankos gibt es laut Felder-Puig aber trotzdem. Hinsichtlich des Gewichts der Befragten sowie deren psychischer Gesundheit gäbe es Aufholbedarf. Zwar seien die Schüler hierzulande nicht überdurchschnittlich von Adipositas betroffen, jedoch würden sie generell zu viel essen, auch wenn sie mittlerweile eher auf ihre Ernährung achteten. Felder-Puig sieht im daraus resultierenden Übergewicht vor allem für das spätere Leben einen "wahnsinnigen Nachteil".

Nachholbedarf gibt es ihrer Meinung nach auch im Bereich der psychischen Belastungen, da der Druck auf Kinder immer größer wird. Dies zeigte auch die steigende Anzahl der Schüler, die über Einschlafprobleme klagen. Laut Felder-Puig sei es vor allem wichtig, dass in solchen Fällen Hilfeleistung seitens der Eltern angeboten werde. "Man muss Kinder darin unterstützen, wie man mit Stress umgeht."