Erstellt am 06. Juni 2014, 10:10

Österreichs BIP wuchs im 1. Quartal kaum. Österreichs Wirtschaft ist zu Jahresbeginn etwas schwächer gewachsen als bisher angenommen, der Aufschwung hat sich laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) aber verfestigt.

Das BIP lag heuer im ersten Vierteljahr nur 0,2 Prozent über dem Vorquartal, teilte das Wifo am Freitag mit, zunächst hatte man ein Plus von 0,3 Prozent errechnet. Im Jahresabstand ist das heimische BIP im 1. Quartal heuer nach der Neuberechnung nun nur 0,3 Prozent über dem gleichen Vorjahreszeitraum gelegen, Mitte Mai war das Wifo in seiner Schnellschätzung noch von plus 0,4 Prozent ausgegangen.

Davor, von Oktober bis Dezember, hatte das heimische Bruttoinlandsprodukt real noch um 0,4 Prozent zugelegt - der Aufschwung habe sich "somit zwar nicht beschleunigt, zumindest aber gefestigt". Das von der Nachfrageseite her breit getragene Wachstum erhalte seit dem 3. Quartal 2013 wieder verstärkt Impulse aus dem Ausland.

Wirtschaftswachstum: Prognose unverändert

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Prognose für das heimische Wirtschaftswachstum für heuer bei 1,6 Prozent beibehalten. Auch die Vorschau für 2015 (BIP-Plus von 1,9 Prozent) wurde nicht verändert. Viel hängt aber davon ab, wie sich die Krise um die Ukraine weiter entwickelt. Das wird als Risiko gewertet.

Die Aussichten für die österreichische Wirtschaft blieben im Vergleich zum Dezember 2013 unverändert, "die Prognose ist aber aufgrund der Ukraine-Russland-Krise mit einem Abwärtsrisiko behaftet", erklärte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny am Freitag bei der Vorlage der neuen Wirtschaftsprognose der Notenbank in Wien.

Für 2016 geht die Notenbank von einer Wachstumsbeschleunigung auf 2,1 Prozent aus. Der Aufschwung wird laut OeNB erst 2015 und 2016 von der Inlandsnachfrage getragen. Heuer sollte es überwiegend der Export sein.

Anders als im Dezember, zur Zeit der letzten Prognose, sind jetzt erste Rechnungen für die neuen Staatshilfen an die Krisenbank Hypo Alpe Adria eingepreist. Demnach wird die Staatsschuldenquote nun für heuer bei 79,2 Prozent gesehen, 2015 sollte sie auf 77,5 Prozent und 2016 auf 75,3 Prozent zurückgehen.