Erstellt am 19. November 2014, 12:30

von APA/Red

ÖSV-"Adler" rückten unter Kuttin näher zusammen. Mit Heinz Kuttin als neuem Cheftrainer und ohne den zurückgetretenen Olympiasieger Thomas Morgenstern starten die ÖSV-Skispringer am Samstag in Klingenthal in den Weltcup.

Der Winter 2014/15 ist mit Vierschanzentournee, WM in Falun (Schweden) und der Weltcup-Gesamtwertung reich an Höhepunkten. Unter Kuttin ist das Nationalteam wieder näher zusammengerückt.

Der 43-jährige Kärntner hat als Nachfolger des langjährigen Erfolgscoaches Alexander Pointner ab dem ersten Tag der Vorbereitung Wert daraufgelegt, dass alle an einem Strang ziehen. Das betrifft die Teilnahme an den Trainingslehrgängen ebenso wie die Arbeit am Material.

Offenes Ohr und individuelles Arbeiten

"Die Athleten haben rasch gesehen, dass ich ein offenes Ohr habe und jeden individuell arbeiten lasse, auch wenn die Marschrichtung klar definiert ist", erklärte Kuttin. "So wie das Team jetzt zusammengewachsen ist, das ist sehr erfreulich zu beobachten." Weltcup-Rekordgewinner Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler, Tourneesieger Thomas Diethart, Michael Hayböck und Stefan Kraft haben die Vorbereitung gemeinsam absolviert, Routinier Wolfgang Loitzl (35) stieß erst im Herbst dazu.

Dieses Sextett bestreitet am Freitag (18.00 Uhr) die Qualifikation für den sonntägigen Einzelbewerb (11.30 Uhr), am Samstag (16.00/beide live ORF eins) wird die Saison mit einem Teambewerb eröffnet. Die Veranstalter im Vogtland nahe der tschechischen Grenze haben mit finnischer Technologie bei Plusgraden Schnee produziert und die Großschanze präpariert. Die großen Teams wie das Sextett der Österreicher, die Deutschen, Norweger, Polen und Slowenen nehmen den Weltcup ohne Schneesprünge in Angriff.

Die Form unserer Springer stimmt

Kuttin ist mit der Form der Athleten jedenfalls sehr zufrieden, wenngleich er vor seinem zweiten Engagement als Cheftrainer nach jenem mit den Polen doch Spannung verspürt. "Aber wenn ich sehe, wie trainiert wurde und wie sie gemeinsam am Material gearbeitet haben, dann stimmt mich das sehr positiv. Das war zuletzt nicht mehr da, das habe ich als Stützpunkttrainer gemerkt", betonte der Doppel-Weltmeister von 1991. "Das möchte ich auch dann sehen, wenn einmal ein Wettkampf in die Hose geht."

Die Athleten mit Schlierenzauer an der Spitze sind von der Arbeit mit dem neuen Chef angetan, sie spüren frischen Wind. Der 24-jährige Tiroler will nicht ergebnisorientiert denken, mit der Freude am Sport sollen sich rasch wieder Topleistungen einstellen.

"Heinz hat gesagt, das Ziel in diesem Jahr ist, dass die Athleten in Planica glücklich in Urlaub gehen können. Ich glaube, das trifft es recht gut", sagte Schlierenzauer. Sein 52. und bisher letzter Weltcupsieg datiert von Anfang Dezember 2013 in Lillehammer, in der Weltcup-Gesamtwertung war der zweifache Gewinner zuletzt Sechster. Bester war der Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch (POL) vor Peter Prevc (SLO) und Severin Freund (GER).

Die Messlatte liegt hoch

Kuttin ist bewusst, dass er in der Öffentlichkeit am zehn Jahre tätig gewesenen Erfolgscoach Pointner gemessen werden wird und Siege "gefordert" werden. "Es ist wichtig, dass die Mannschaft gut reinstartet. Je früher wir einen Sieg verzeichnen können, desto besser ist es für das Team und die Trainer", betonte der Familienvater, dessen 16-jähriger Sohn Philipp im ÖSV-C-Kader der Nordischen Kombination aktiv ist. "Wenn das Team gut funktioniert, weiß ich, dass wir zu Großem fähig sind."

Die Saison, vor der die freiwillige Verwendung eines Rückenprotektors die größte Änderung auf dem Materialsektor war, werde jedenfalls sehr interessant verlaufen, glaubt Kuttin. Neben den mannschaftlich starken Teams Deutschland, Polen, Norwegen, Slowenien und Österreich seien auch Athleten aus anderen Ländern (Tschechien, Japan, Schweiz) gut in Form. Kuttin: "Es wird sehr spannend, viele können gewinnen."