Erstellt am 22. Februar 2015, 20:23

von APA Red

ÖSV-Mixed-Team an WM-Medaille vorbei. Die österreichische Mixed-Skisprungmannschaft ist am Sonntag bei der Nordischen Ski-WM in Falun ohne Medaille geblieben.

Daniela Iraschko-Stolz, Jacqueline Seifriedsberger, Michael Hayböck und Stefan Kraft landeten im Feld von elf Nationen hinter Japan auf Rang vier. Der WM-Titel ging an Deutschland, das sich knapp vor Norwegen durchsetzte und fast 50 Zähler vor Österreich triumphierte.

Hayböck-Sprung "war für die Fische"

Dem mitfavorisierten ÖSV-Quartett, in dem Hayböck besonders abfiel, fehlten fast 20 Punkte oder zehn Meter auf die drittplatzierten Japaner. Vor zwei Jahren bei der Premiere des gemischten Mannschaftsbewerbes hatte es für Rot-weiß-rot noch Silber gegeben.

"Bei einer WM ist der vierte Platz ziemlich undankbar, das ist klar. Es hat heute eben nicht für mehr gereicht", meinte Seifriedsberger, die 2013 bei der WM-Premiere dieser Disziplin als Einzige bereits im Aufgebot gestanden war.

Während Seifriedsberger (96,5) und Iraschko-Stolz (95,5 m) im ersten Durchgang noch voll mithielten, büßte Kraft (91) ein wenig und Hayböck (83) sehr viel Boden auf die Konkurrenz ein. "Der Sprung war für die Fische", ärgerte sich Herrentrainer Heinz Kuttin über den missglückten Versuch von Hayböck, den er anstelle von Gregor Schlierenzauer aufgeboten hatte.

"Man gewinnt und verliert als Team."

Gold und Silber waren so schon vorzeitig außer Reichweite. Auf Rang drei waren es vor dem Finale bereits neun Punkte. Dieser Rückstand auf Titelverteidiger Japan wuchs aber sogar noch deutlich an. "Ich habe meine Leistung schon gebracht, auch 100 m wären noch zu wenig gewesen. Aber niemand braucht sich etwas vorzuwerfen, man gewinnt und verliert als Team. Die Burschen werden auf der Großschanze schon noch eine Revanche bringen", sagte die Einzel-Dritte Iraschko-Stolz (92,5) nach ihrem letzten Einsatz in Schweden.

Ein neuerlich schlechter Sprung von Hayböck (87,5) vergrößerte dem Malus dann auf über 16 Zähler. "Ich bin froh, wenn ich auf dieser Schanze nicht mehr herunter muss. Es tut mir für meine Kollegen leid, dass ich sie nicht besser unterstützen konnte. Im Team tut es noch mehr weh, wenn man keinen Beitrag leisten kann", kommentierte Hayböck sein neuerlich ernüchterndes Abschneiden auf der kleinen WM-Schanze.

Er hatte keine Erklärung dafür, warum er mit der Normalschanze überhaupt nicht zurechtkommt. "Durch so eine Phase muss man durch, ich werde positiv bleiben", betonte der Oberösterreicher. Er habe keineswegs zu viel riskiert, sondern nur versucht, das mit den Trainern Besprochene umzusetzen.

"Einige lockere Sprünge täten mir nun gut", meinte Hayböck, der das ungute Gefühl auf der Normalschanze ("Mit zittrigen Knien oben zu sitzen und nicht zu wissen, was rauskommt") möglichst rasch ablegen will. Er wird deshalb schon ab Montag alle Trainings von der Großschanze nützen. Dass es möglich sei, kurzfristig eine Besserung zu erreichen, habe er in seiner Karriere schon erlebt, sagte der Tournee-Zweite. Das stimme ihn optimistisch.

Die Teamkollegen und -kolleginnen versuchten Hayböck aufzubauen. "Niemand braucht sich etwas vorzuwerfen. Man gewinnt und verliert als Team", meinte Daniela Iraschko-Stolz.

Nach einem mittelmäßigen Finalsprung von Seifriedsberger (90) und einem starken von Kraft (95) fehlten schlussendlich beträchtliche 18,8 Punkte auf die Japaner. Von den fünfplatzierten Slowenen trennte das ÖSV-Team gerade noch ein Zähler. "Wir haben uns das alle anders vorgestellt und schon im ersten Durchgang gesehen, dass es fuchst. Es ist schon ein bisschen ein Schock, dass es nicht gereicht hat", erklärte der Einzel-Bronzemedaillengewinner Kraft.

Den Sieg machten sich Deutschland um Weltmeisterin Carina Vogt und Norwegen mit Goldgewinner Rune Velta untereinander aus. Die schon im Kombi-Team-Bewerb davor triumphierenden Deutschen hatten schließlich um 2,3 Punkte die Nase vorne.

Für einen unschönen Moment im zweiten Durchgang sorgte der Sturz von Nicholas Alexander. Der US-Amerikaner zog sich nach missglückter Landung eine Knieverletzung zu.