Erstellt am 10. Juni 2014, 19:47

von APA Red

ÖVP feierte Mocks 80er. Die ÖVP hat am Dienstagnachmittag den 80. Geburtstag ihres Ehrenobmanns Alois Mock mit einem Empfang im Dachfoyer der Hofburg gefeiert.

Unter den Festgästen und Rednern waren auch Bundespräsident Heinz Fischer und ÖVP-Chef Michael Spindelegger. Dieser würdigte Mock als "großen Österreicher, der uns nach Europa geführt hat."

Bundespräsident Fischer würdigte in seiner Rede nicht nur die politische Arbeit Mocks im In- und Ausland und seine Weitsicht, sondern unterhielt auch mit Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit als Klubobmänner und Fußballspieler des FC Nationalrat.

Den Jubilar beschrieb Fischer als "belastbar, ausdauernd, grundsatzorientiert". Seine Aufmerksamkeit habe Mock auf die Innenpolitik und Außenpolitik verteilt und dabei Handschlagqualität bewiesen. Allerdings, so Fischer: "Er hat sich selbst ausgebeutet."

Der heutige Bundesparteichef Spindelegger charakterisierte Mock mit den Eigenschaften "Überzeugungskraft, Weitsicht und Hartnäckigkeit". All das habe er etwa im Zuge des EU-Beitritts unter Beweis gestellt. Auch Pflichtbewusstsein habe er gezeigt. So suchte Mock nach 80 Stunden Beitrittsverhandlungen nach seiner Rückkehr nach Österreich zuerst den Weg ins Parlament, so Spindelegger.

Der an Parkinson erkrankte Mock nahm, begleitet von seiner Frau Edith, an der Feier selbst teil. Als Geschenk an den Jubilar überreichte Spindelegger einen Gutschein für "hervorragendes Eis", denn "das liebt er."

ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel verwies in seiner Begrüßung auf den Wahlerfolg bei der EU-Wahl vor wenigen Wochen - ein Erfolg, den man auch Mock zu verdanken habe. Wenn man heute sage, Europa liegt in der DNA der Volkspartei, dann sei Mock der "Stammvater".

Unter den Gratulanten waren auch die früheren Bundesparteiobmänner Josef Taus, Wolfgang Schüssel und Wilhelm Molterer sowie die früheren Mitstreiter Mocks Jan Carnogursky, früherer Premierminister der Slowakei sowie Festredner Lojze Peterle, Ex-Premierminister Sloweniens.

Edith Mock zeigte sich über das emotionale Ereignis berührt und gestand ein, dass sie zeitweise nicht dachte, "dass wir bis zum 80. Geburtstag kommen".

Für Seniorenbund-Chef Andreas Khol hat Mock die ÖVP und Österreich in schwierigen Zeiten in die EU geführt. Er sei ein Patriot und Idealist und habe in der Partei eine Verjüngung herbeigeführt. Aus der "verknöcherten" Partei habe er eine "dynamische" Arbeitnehmerpartei gemacht, erklärte Khol gegenüber der APA. Für all das habe er jedoch seine Gesundheit geopfert.

Problem für die Volkspartei sei heute, dass sich die parlamentarische Demokratie in ganz Europa in der Krise befinde und die Parteien "zerbröseln" - der Trend gehe zu vielen kleinen Parteien. Darunter würden die traditionellen Großparteien leiden. Es brauche ein neues Wertebewusstsein, so Khol.

Wilhelm Molterers Erinnerungen an Mock gehen zurück an die Studententage, als Mock junger Wissenschaftsminister war: "Er blieb seiner Linie treu, das zeichnete ihn aus." Für den EU-Beitritt "musste er überzeugen und hat er überzeugt: Das ist Alois Mock."

Aus Sicht von SPÖ-Seniorenchef Karl Blecha ist der Jubilar untrennbar mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union verbunden, ebenso wie mit dem Aufreißen des Eisernen Vorhangs. Ein "unglaublicher Verdienst", so Blecha zur APA.

Die europäische Integration sei das Leitthema Mocks gewesen, und dieses habe er "mit unglaublicher Beharrlichkeit durchgesetzt", erklärte Wolfgang Schüssel gegenüber der APA. Auch die Öffnung in Richtung Balkan sei richtig gewesen, attestierte Schüssel dem Jubilar Weitblick. Was die Innenpolitik sowie die ÖVP betrifft, verwies Schüssel darauf, dass er und Mock die beiden längstdienenden ÖVP-Obmänner sind: "Es gelang ihm, die verschiedensten Interessen in der ÖVP zu bündeln."

Nicht zu vergessen sei, dass es Mock beinahe im Alleingang gelungen sei, die Mehrheit der SPÖ zu brechen. "Ich finde, dass er eine große innerparteiliche Rolle gespielt hat in seiner Zeit", so Schüssel. Die aktuelle Innenpolitik wollte der frühere ÖVP-Chef eigentlich nicht kommentieren, dennoch meinte er, in Bezug auf die EU-Wahl, dass die ÖVP zwar ein bisschen verloren habe, dies jedoch bei den vielen Mitbewerbern klar gewesen sei.

Die Partei habe einen "hervorragenden" Wahlkampf geführt, man dürfe das Ergebnis daher nicht gering achten und könne sich freuen. Dass der Koalitionspartner SPÖ jetzt versuche, "von einem extrem schlechten Ergebnis abzulenken, durch einen Griff in die Mottenkiste" - das kenne man, so Schüssel.