Erstellt am 04. September 2016, 20:16

McDonald tritt zurück - Amon folgt nach. Die ÖVP bekommt einen neuen Generalsekretär. Peter McDonald, seit rund einem Jahr in dieser Funktion tätig, verlässt die schwarze Parteizentrale. Ihm folgt Werner Amon.

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Das hat der Vorstand der ÖVP am Sonntagabend einstimmig beschlossen, wie in einer Aussendung mitgeteilt wurde. McDonald betonte, es handle sich um einen persönlichen Beschluss.

"Ich bin angetreten, um das Amt des Generalsekretärs neu zu definieren. Weg vom Wadlbeisser-Image - hin zu einer politischen Koordinierungsfunktion, die weiter denkt, als bis zur morgigen Schlagzeile", führte er aus.

Er habe sich dafür "persönliche Ziele und Fristen gesetzt und muss nach fast einem Jahr als Generalsekretär erkennen, dass ich nicht schnell genug weiterkomme". Daher habe er für sich "entschieden, das Amt zur Verfügung zu stellen und beruflich einen neuen Weg einzuschlagen".

Amon selbst ging noch nicht mit einem Statement an die Öffentlichkeit. Dies wurde für die am Montag angesetzte Pressekonferenz in Aussicht gestellt. Partei-Obmann Reinhold Mitterlehner betonte aber, dass der "politische Vollprofi" Amon das "Profil und den Markenkern der ÖVP weiter schärfen soll".

McDonald danke er "ausdrücklich", wie es in der Aussendung hieß. "Er hat sich mit vollem Einsatz der Weiterentwicklung der Volkspartei gewidmet und dafür neue Ansätze eingebracht. Ich wünsche ihm für seine weitere Karriere alles Gute und viel Erfolg.

Mit dem Wechsel von Amon ins Generalsekretariat der ÖVP wird die Partei etwas steirischer. Denn bisher waren mit Reinhold Mitterlehner als Parteichef und Peter McDonald als Generalsekretär zwei Oberösterreicher in der Zentrale tonangebend. Und kommende Woche übernimmt mit August Wöginger ein weiterer Oberösterreicher mit dem ÖAAB einen wichtigen schwarzen Bund.

Der steirische Nationalratsabgeordnete und frühere Obmann der Jungen ÖVP Amon könnte somit auch als Signal an den ÖVP-Chef in der Steiermark, Hermann Schützenhöfer, gedeutet werden. Denn dieser hatte Mitterlehner erst unlängst recht deutlich ausgerichtet, dass es mit dem jungen Außenminister Sebastian Kurz eine vielversprechende Alternative für den Parteivorsitz gebe.

Dass im Parteivorstand am Sonntag eine Personalentscheidung getroffen wurde, überrascht somit nicht. Schließlich hatte zuletzt eine Obmann-Debatte geschwelt, die erst am Wochenende durch Stimmen wie jener des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll für beendet erklärt wurde.

McDonald ging in seinem Abschiedsstatement freilich auf all das nicht ein. Er bedankte sich bei Mitterlehner und den Vorstandsmitgliedern, ihm ermöglicht zu haben, wichtige Prozesse für die Partei mitzugestalten. "Ich habe mit sehr viel Herzblut meinen Beitrag dazu geleistet."

Als "wichtiges Projekt" habe er mit Sonntag den Markenbildungsprozesses für die ÖVP abgeschlossen. "In enger Abstimmung mit dem Bundesparteiobmann ist meine strategische Arbeit damit abgeschlossen - das Erfüllen mit Leben wird durch meinen Nachfolger im Generalsekretariat erfolgen."

Auf Twitter zeigte er sich "dankbar und stolz": "Nachhaltige Akzente + Strukturen in ÖVP gesetzt. Politisches Reformtempo muss steigen. Stelle beruflich meine Weichen neu", teilte McDonald seinen Followern mit.