Erstellt am 25. April 2014, 21:19

ÖVP hofft auf Sieg und "Trendwende" bei EU-Wahl. Ihre ersten Plakate hat die ÖVP schon vor über einem Monat aufgestellt, am Freitagabend hat die Partei nun in Linz auch offiziell ihren Intensivwahlkampf für die EU-Wahl gestartet. Spitzenkandidat Othmar Karas forderte die Funktionäre zum Wahlkampfeinsatz auf: "Ich will diese Wahl gewinnen. Aber alleine können wir der Welt keine Haxen ausreißen."

Die Wahl sei eine "Richtungswahl" zwischen jenen, die in Europa etwas durchsetzen können und jenen, die Österreich in Europa isolieren. Die aktuelle Stimmung verleihe der ÖVP keinen Rückenwind, gestand Karas ein: "Es ist schwieriger geworden, aber es ist zu schaffen."

Zu verteidigen hat die ÖVP viel, immerhin wurde man 2009 mit 30 Prozent klar erster. Zuletzt sah eine "PollWatch"-Prognose auf Basis von Umfragen die Partei mit 24,3 Prozent allerdings nur knapp vor der SPÖ. Spitzenkandidat Othmar Karas führt daher einen Persönlichkeitswahlkampf, der auch Sympathisanten anderer Parteien ansprechen soll.

Nach der Wahl will sich Karas für einen Konvent über die Zukunft Europas einsetzen, dessen Ergebnis mit der Europawahl 2019 abgestimmt werden soll. Es brauche ein demokratischeres Europa, mehr Transparenz und Bürgernähe, so der VP-Politiker. Außerdem müsse Europa unabhängig von Gas- und Ölimporten werden.

Lob zollte Karas in seiner knapp 45-minütigen Rede seinen Abgeordnetenkollegen, insbesondere Listenzweiter Elisabeth Köstinger und Nummer Drei Paul Rübig. Ausführliches Lob gab es auch für Außenminister Sebastian Kurz und für Parteichef Spindelegger: "Den Sebastian gibt's nur als Außenminister, weil ihn der Michael Spindelegger in die Regierung geholt hat und mich gibt's nur als Spitzenkandidat diesmal, weil er mich gefragt hat. Danke dafür."

Spindelegger hatte Karas zuvor ebenfalls Rosen gestreut. Während SP-Spitzenkandidat Eugen Freund vom Blatt ablese, was ihm andere aufschreiben, habe Karas "etwas vorzuweisen", so der Parteichef mit Verweis an dessen Mitarbeit an der EU-Bankenunion. "Ab dem Jahr 2016 wird kein Steuerzahler mehr in Europa dafür aufkommen müssen, wenn eine Bank Probleme hat - der Othmar hat das mitverhandelt." Karas sei "ein Profi", ein echter Kopf und nicht nur "ein Gesicht, das man aus dem Fernsehen kennt".

Der FPÖ warf Spindelegger vor, mit ihrem Kurs die Arbeitsplätze in der österreichischen Exportwirtschaft zu gefährden und Russland in die EU aufnehmen zu wollen. "Die Europäische Union ist eine Wertegemeinschaft, da hat das Russland des Herrn Putin nichts verloren", so Spindelegger und forderte die Funktionäre ebenfalls zum Einsatz auf: "Der 25. Mai gehört uns."

Ähnlich Oberösterreichs Landeshauptmann Pühringer: "Der Othmar Karas allein wird's nicht machen. Es läuft, wenn wir alle laufen!" Dass die ÖVP die Chance habe, bei der Europawahl erster zu werden, verdanke man aus Pühringers Sicht aber dem Parteichef. Denn mit Spindelegger stehe "ein Edeleuropäer" an der ÖVP-Spitze, lobte der Landeshauptmann.