Erstellt am 27. Juli 2015, 11:02

OÖ bringt Flüchtlinge in Containern und Kaserne unter. Insgesamt 300 Flüchtlinge sollen an drei Standorten in Oberösterreich in Containerdörfern untergebracht werden.

 |  NOEN, APA

100 Personen sollen in die Kaserne Hörsching (Bezirk Linz-Land) kommen - in Einvernahme mit dem Land Oberösterreich und dem Verteidigungsministerium, teilte das Innenministerium auf Anfrage mit und präzisierte damit Angaben in der "Kronen Zeitung" am Montag.

Die weiteren Standorte sind Straßenmeistereien in Mondsee (Bezirk Vöcklabruck) und Ohlsdorf (Bezirk Gmunden). Je 76 Container - 38 ergeben eine Wohneinheit für 50 Personen - sollen an den drei Orten aufgebaut werden. Die Flüchtlinge werden in den kommenden Wochen dort einziehen, hieß es aus dem Ministerium.

Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) hat für Montag 13.15 Uhr eine Pressekonferenz angekündigt. Es geht dabei unter anderem um die Unterbringung der Asylwerber.

Bereits am Freitag hatte Pühringer angekündigt, dass am Montag alle Zelte auf dem Gelände des Erstaufnahmezentrums in Thalham im Attergau abgebaut sein sollten. Seit Monaten versucht die zuständige Gemeinde St. Georgen eine Entlastung der überbelegten Erstaufnahmestelle zu erreichen. Statt der mit dem Innenministerium vereinbarten 120 Personen sind dort teilweise 200 Personen untergebracht.

Als dann Mitte Mai auch noch Zelte auf dem Gelände errichtet wurden und die Unterbringungszahl auf 300 anstieg, machte die Gemeinde mobil. Sie forderte vom Land Oberösterreich und vom Innenministerium den sofortigen Abbau der Zelte. Als letztes Mittel, wie Bürgermeister Ferdinand Aigner (ÖVP) meinte, plane man, am 8. August die Westautobahn für eine Protestkundgebung zu blockieren. Am Freitagmittag wusste er noch nichts davon, dass der Forderung seiner Gemeinde am Wochenende nachgekommen werden soll.

Anfang Juli hatte Pühringer eine Vereinbarung mit dem Innenministerium präsentiert, wonach alle Zelte in Oberösterreich bis Ende Juli entfernt sein werden. Außer in Thalham stehen auch auf dem Polizeisportplatz in Linz welche. Dort hat bereits am Donnerstag die Übersiedelung von Flüchtlingen in Schulen begonnen.

Ermöglicht wurde der Abbau durch das kurzfristig vor drei Wochen im Landtag verabschiedete "Unterbringungs-Sicherstellungsgesetz". Der darin enthaltene Bürokratieabbau in der Bau- und der Raumordnung soll dazu beitragen, dass bis Ende des Monats in Oberösterreich weitere 1.500 Quartiere geschaffen werden, dann sollen in Oberösterreich rund 8.000 Plätze für Asylwerber zur Verfügung stehen.