Erstellt am 27. September 2015, 13:27

von APA/Red

VP mit Verlusten vorn, FP erobert Platz zwei. Die erste Hochrechnung von SORA für den ORF nach Wahlschluss am Sonntag weist deutliche Zugewinne für die FPÖ aus. Die Blauen kommen demnach auf 31,5 Prozent. Die ÖVP verliert deutlich, behält aber mit 35,8 Prozent Platz eins.

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Die SPÖ rutscht mit 17,9 Prozent auf Platz drei. Die Grünen legen leicht auf 10,2 Prozent zu. Die NEOS würden mit 3,7 Prozent den Einzug in den Landtag verfehlen.

Die ÖVP verliert demnach elf Prozentpunkte oder sieben Mandate, die FPÖ legt um 16,2 Prozentpunkte zu und gewinnt zehn Mandate. Die SPÖ büßt sieben Prozentpunkte oder vier Mandate ein, die Grünen wachsen um einen Prozentpunkt und gewinnen ein Mandat. Eine Regierungsmehrheit für Schwarz-Grün ist damit nicht mehr gegeben. Die NEOS gehen der Hochrechnung zufolge leer aus, da sie die Mandatshürde von vier Prozent verfehlen.

FPÖ erstmals außerhalb Kärntens über 30 Prozent

Die Flüchtlingskrise trägt die FPÖ in bisher unerreichte Höhen: Bei der Oberösterreich-Wahl schafft sie (laut Hochrechnungen) erstmals außerhalb Kärntens einen Stimmenanteil über der 30-Prozent-Marke. 

Bei Nationalratswahlen gelang ihr dies neben Kärnten einmal, im Jahr 199, auch in Vorarlberg. Auf Platz 2, den sie in OÖ das erste Mal erobert, liegt die FPÖ aktuell in Kärnten, Vorarlberg und Wien.  Insgesamt ist der zweite Rang in Oberösterreich der dreizehnte in den bisher 139 Wahlen: Schon zwölfmal waren die Blauen in Kärnten, Vorarlberg und Wien Zweitstärkste. 

In Kärnten waren die Freiheitlichen dreimal auch Erste.  Dort holte sich die FPÖ - bis zu ihrem Desaster 2013 - naturgemäß auch die besten Landtagsergebnisse: Dreimal über 40, einmal über 30, einmal fast 30 Prozent. Mit knapp über 30 Prozent in Oberösterreich dürfte Manfred Haimbuchner sich in die Kärntner Riege auf Platz 5 der besten Landtagsergebnisse seit Parteigründung hineinschieben.  

Bisher hielten das bestes Ergebnis außerhalb Kärnten die Wiener, mit 27,94 Prozent aus der Wahl 1996. Dort wird in zwei Wochen gewählt - und Heinz-Christian Strache, Bundesparteichef und Wiener Spitzenkandidat, wird Manfred Haimbuchner wohl das aktuell beste FPÖ-Landtagsergebnis streitig machen.  

Oberösterreich ist das dritte Land, in dem die Strache-FPÖ die Rekorde der Ära Haider getoppt hat - wobei das bisher beste OÖ-Ergebnis der FPÖ schon viel älter ist, nämlich 20,80 Prozent aus dem Jahr 1949. Auf Rekordmarken liegen die Blauen derzeit auch im Burgenland und in der Steiermark: Dort profitierten sie bei der Wahl Ende Mai d.J. ebenfalls schon von der Flüchtlingskrise.

Hofer: "historischen Wahlerfolg"

Der Freiheitliche Vizeparteichef und Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer hat sich in einer ersten Reaktion am Sonntagnachmittag hoch erfreut gezeigt. Er gratulierte der oberösterreichischen Landesgruppe in einer Aussendung zu einem "historischen Wahlerfolg" und "sensationellen Wahlergebnis, dem man mit Demut begegnen muss".  

Das Ergebnis zeige, dass ein Umdenken in der Bevölkerung stattgefunden habe. "Es ist an der Zeit, die Ausgrenzungspolitik gegenüber der FPÖ zu beenden", so Hofer. Er sieht nun auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) gefordert, seinen bisherigen Weg zu überdenken.