Erstellt am 11. Februar 2015, 12:04

von APA Red

Opernball: Künstler statt Skandale im Vorfeld. Zum 59. Mal verwandelt sich die Wiener Staatsoper am Donnerstag zum wohl schönsten Ballsaal der Welt.

Skandale suchte man im Vorfeld des Fests heuer vergeblich, stattdessen rückte die Oper erneut ihr Ensemble in den Mittelpunkt. "Der Opernball ist und soll ein Treffpunkt der Kulturschaffenden sein", betonte Staatsoperndirektor Dominique Meyer.

Lugner: "Wir gehen es heuer ruhiger an"

Der Einladung zum Fest sind heuer auffällig viele internationale Intendanten gefolgt. So besuchen etwa Alexander Pereira (Teatro alla Scala), Eva Wagner-Pasquier (Bayreuther Festspiele), Thierry Fouquet (Direktor Opera National de Bordeaux) sowie Serge Dorny (Opera de Lyon) das Fest.

An der Spitze des offiziellen Österreichs wird Bundespräsident Heinz Fischer in die Staatsoper kommen. Statt eines internationalen Staatsgastes besucht Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) den Ball an seiner Seite. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ist verhindert, kommen wird aber Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sowie zahlreiche Minister.

Mit dem italienischen Model und Ex-Freundin von Hollywoodstar George Clooney, Elisabetta Canalis, als Stargast sorgte auch Richard Lugner für wenig Aufregung im Vorfeld des Spektakels. "Wir gehen es heuer ruhiger an", meinte der Baumeister.

Dafür gibt es eine weitere bunte Loge auf dem Ball: Im 1. Rang gastieren heuer die Zwillingsbrüder und Eventveranstalter Arnold und Oskar Wess - besser bekannt als "Botox Boys" - gemeinsam mit dem Schauspieler Helmut Berger und Christina Lugner. Berger wird aufgrund eines gebrochenen Fuß im Rollstuhl in die Oper kommen.

Eröffnungschoreografie von Salzburger Tanzschule

Im Mittelpunkt des Abends sollen aber wieder die Künstler der Oper selbst stehen. Mit Aida Garifullina ("Je Veux Vivre" aus "Romeo et Juliette" von Charles Gounod) sowie Olga Bezsmertna ("Dove Sono" aus "Le Nozze Di Figaro" von Wolfgang Amadeus Mozart) werden zwei Sängerinnen des Ensembles ihr Debüt bei der Eröffnung geben. Als internationaler Gaststar wurde Carlos Alvarez gewonnen, der "Fin Ch'han Dal Vino" aus "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart singen wird.

Die etwas komplizierte Eröffnungschoreografie des Jungdamen und Jungherren-Komitees wurde von der Salzburger Tanzschule Brigitte Luger gestaltet. Für die Gesamteröffnung und die beim Publikum sehr beliebten Quadrillen ist einmal mehr der routinierte Tanzlehrer Roman Svabek verantwortlich. Angesagt werden die Quadrillen erneut dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch.

Am Ball selbst hat Desiree Treichl-Stürgkh ein paar Neuerungen eingeführt. Im Vestibül wird etwa eine winterliche Orangerie aufgebaut, samt Orangenbäumen, Eukalyptus, Moos und Farnen. Für kleine Malheurs steht für die weiblichen Gäste erstmals ein eigener "Opernball Emergency-Couture-Salon" bereit, in dem kleidertechnische Notfälle wie gerissene Reißverschlüsse wieder in Ordnung gebracht werden können. Der Blumenschmuck besteht heuer aus Lilien.

Wer noch Karten will, muss wohl auf dem Schwarzmarkt sein Glück versuchen: Das Fest ist seit Wochen restlos ausverkauft. Insgesamt kommen 5.150 Besucher in die Oper. Diese werden erfahrungsgemäß 800 Flaschen Sekt und Champagner, 900 Flaschen Wein, 1.800 Paar Würstel, 1.000 Petit Fours und Sandwiches, rund 800 Portionen Gulaschsuppe, allerdings nur 230 Austern konsumieren. Insgesamt lukriert die Staatsoper mit dem Ball Einnahmen in Höhe von 3,4 Millionen Euro, die Gesamtausgaben belaufen sich auf 2,3 Millionen Euro.

Anlässlich des Balls kommt es aufgrund der Straßensperren im Bereich der Oper zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Die Straßenbahnlinien 1, 2 und D werden ab 19.00 Uhr umgeleitet und die Linie 71 wird ab 18.30 Uhr kurzgeführt. Die Wiener Linien empfehlen, rund um den Opernring auf die U-Bahn auszuweichen.

Der ORF wird am 12. Februar erneut mit einer mehrstündigen Liveübertragung Bilder aus der Oper in die Wohnzimmer der Österreicher bringen. Ab 20.15 Uhr steht der Abend in ORF 2 ganz im Zeichen des Balles. Die Moderation übernehmen wieder Mirjam Weichselbraun, Barbara Rett und Alfons Haider.