Erstellt am 10. Juli 2014, 10:03

von APA/Red

Opferzahl im Gazastreifen steigt weiter an. Die Zahl der getöteten Palästinenser bei der israelischen Luftoffensive im Gazastreifen ist weiter gestiegen. Dies berichtete der palästinensische Rundfunk am Donnerstag. Etwa zwei Drittel der Toten seien Zivilisten, hieß es zuvor.

Militante Palästinenser griffen indes erneut den Großraum Tel Aviv an. Das israelische Fernsehen berichtete, fünf Raketen seien von der Raketenabwehr abgefangen worden.

Die israelische Luftwaffe setzte in der Nacht zum Donnerstag ihre Angriffe im Gazastreifen fort. Vor einer möglichen Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet seien 20.000 Reservisten eingezogen worden, sagte Armeesprecher Peter Lerner. Dabei handle es sich um die Hälfte der Reservisten, deren Mobilisierung Israels Regierung gebilligt habe. Eine Bodenoffensive im Gazastreifen sei jedoch die "letzte Option", betonte er. Man erwäge noch die Vor- und Nachteile eines solchen Einsatzes.

Drei militante Palästinenser wurden Donnerstagfrüh in der Stadt Gaza bei einem gezielten Angriff auf ein Fahrzeug getötet. In der Stadt Khan Yunis kamen nach palästinensischen Berichten drei Frauen und vier Kinder bei der Bombardierung eines Gebäudes ums Leben. Sieben Menschen seien getötet worden, als sie in einem Cafe die Fußballweltmeisterschaft verfolgten, hieß es.

Proteste auch in Jordanien

Auch im Nachbarland Jordanien sorgte das Vorgehen der Armee für Proteste. Etwa 300 islamistische und linksgerichtete Demonstranten stießen am späten Mittwochabend in der Hauptstadt Ammann mit der Polizei zusammen.

Sie warfen Steine und schwenkten Fahnen der radikalen Hamas. Beim Versuch, die Botschaftsmauern zu überklettern, wurden mehrere Demonstranten festgenommen. Sie forderten den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel und riefen zum Sturz von König Abdullah II. auf.

Die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen sind nach den Worten des Sprechers intensiver als während des letzten Gaza-Krieges im November 2012. Binnen 48 Stunden habe die Armee 750 Ziele angegriffen. Im Vergleich dazu seien vor knapp zwei Jahren binnen acht Tagen 1.450 Ziele angegriffen worden.