Erstellt am 13. Juni 2016, 09:52

von APA/Red

Orlando-Täter arbeitete für weltgrößte Sicherheitsfirma G4S. Der mutmaßliche Urheber des Massakers in einem Homosexuellen-Klub in Orlando (US-Staat Florida) hat für die weltgrößte Sicherheitsfirma G4S gearbeitet.

 |  NOEN, APA (AFP/Getty)

Der Mann, der nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Sympathien für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte, erschoss in der Nacht auf Sonntag (Ortszeit) 50 Menschen in dem Nachtlokal. 53 Personen seien verletzt worden.

Ein Sprecher des britischen Unternehmens G4S bestätigte in der Nacht auf Montag, dass der mutmaßliche Attentäter seit 2007 für G4S tätig war. Er habe im Dienst eine Waffe getragen.

Der 29-jährige US-Bürger mit afghanischen Eltern führte seinen Angriff mit einem Sturmgewehr aus. Er erwarb seine Waffen kurz vor der Tat legal, obwohl die US-Bundespolizei FBI schon 2013 und 2014 wegen möglicher IS-Verbindungen gegen ihn ermittelt hatte.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump forderte unterdessen nach dem Massenmord US-Präsident Barack Obama zum Rücktritt auf. Zudem sollte Hillary Clinton aus dem Rennen um die Präsidentschaft aussteigen, wenn ihr die Worte "radikaler Islam" nicht über die Lippen kämen.

Trump äußerte sich nach Berichten, dass der Täter von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inspiriert war. Der Immobilientycoon bekräftigte via Twitter seine umstrittene Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime, die nicht in den USA geboren wurden. Trump hatte diese Forderung nach den Anschlägen von Paris im vergangenen November formuliert. Solange nicht klar sei, "was zum Teufel da los ist", sollen Muslime nicht in die USA einreisen können. Trump war für seine Forderung massiv kritisiert worden.

Clinton bezeichnete die Tat als einen "Akt des Terrors". Nun müssten die Anstrengungen verstärkt werden, die USA vor Bedrohungen aus dem In- und Ausland zu schützen, sagte die Ex-Außenministerin, die die Nachfolge von Präsident Barack Obama antreten will. Die beiden sagten wegen der Tat einen für Mittwoch geplanten gemeinsamen Wahlkampfauftritt ab.

Als Zeichen der Trauer und Solidarität mit den Opfern des Massakers in einem Homosexuellen-Club in Orlando erstrahlt der Mast an der Spitze des World Trade Centers in New York in Regenbogenfarben.

Ein vor Beginn einer großen Homosexuellen-Parade in Los Angeles festgenommene Bewaffnete ließ unterdessen neuen Polizeiangaben zufolge doch keine üblen Absichten erkennen. Die Polizeichefin von Santa Monica (Kalifornien), Jacqueline Seabrooks, korrigierte am Sonntagabend (Ortszeit) auf ihrer Twitter-Seite Falschinformationen, die sie zuvor an gleicher Stelle verbreitet hatte.

Seabrooks hatte geschrieben, der in Santa Monica festgenommene Mann, in dessen Fahrzeug mehrere Gewehre, Munition und verdächtige Chemikalien gefunden worden waren, habe Beamten gesagt, er habe bei dem Umzug in West Hollywood "Schaden anrichten" wollen. Das nahm sie später wieder zurück: "Er sagte, er gehe zu der Veranstaltung. Andere Information falsch." Der Mann sei nun wegen des Besitzes von Waffen und explosivem Material in Gewahrsam. Wie es zu der Falschauskunft kam, ließ Seabrooks offen.

Eine Sprecherin der Bundespolizei FBI hatte der Deutschen Presse-Agentur zuvor bestätigt, dass die Bundespolizeibehörde an den Ermittlungen beteiligt sei. Ein Zusammenhang mit dem verheerenden Anschlag auf einen Homosexuellen-Klub in Orlando (Florida) wurde nach bisherigen Angaben der Ermittler nicht festgestellt.